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Winfried Gilles Werke in Witzhelden

Objekte aus Metall : Winfried Gilles Werke in Witzhelden

Die Arbeiten des lokalen Künstlers lassen sich noch bis Jahresende in der Witzheldener Boutique von Andrea Risto bestaunen – und auch kaufen.

Vor einigen Jahren sind Winfried Gille und seine Frau von Diepental in ein kleines Dorf im Westerwald gezogen. Aber nach wie vor ist er – als Mitglied der AG Leverkusener Künstler und der Leichlinger Gruppe UnsereArt – mit seinen Arbeiten in der alten Heimat präsent. Dieses Jahr mussten wegen der Pandemie allerdings viele Ausstellungen abgesagt werden. Unter anderem die für den Künstler so wichtige in Brauweiler. Umso mehr freute sich Gille über die Einladung von Andrea Risto nach Witzhelden. Vor fünf Jahren habe er sie beim morgendlichen Schwimmen in Diepental kennengelernt und seitdem Kontakt gehalten. Andrea Risto betreibt ein Geschäft für De­signermode im Höhendorf (Am Markt 17-18), für das sie in der Westerwälder Künstlerscheune passende Objekte ausgesucht hat. Der „Denker“ war sofort gebucht als auffällige Schaufensterfigur.

Der lebensgroße Mann, den Gille aus Metallbändern gewickelt und zusammengeschweißt hat, hält sein vergoldetes Hirn nicht mehr im durchsichtigen Kopf, sondern in der Hand und betrachtet es durch seine Brille. Was mag er überlegen? Kann das weg oder wird es vielleicht doch noch gebraucht?

Wie immer wird Winfried Gille vom Tagesgeschehen zur künstlerisch-handwerklichen Arbeit getrieben. Die Nachrichten und Empfindungen in der Corona-Zeit lassen ihn nicht kalt. Aber er nimmt es – wie immer – mit Humor, mal still, mal beißend oder ironisch. „Der Denker kommt ins Schaufenster“: Darin waren sich Künstler und Geschäftsinhaberin sofort einig. Im Geschäft selbst sollten zwischen Mode kleinere Arbeiten platziert werden. Zum Beispiel einige seiner kleinen „Weltretter“, eine Serie von figürlichen Darstellungen, die Gille seit Jahren immer wieder erweitert.

Alle tragen die Erdkugel als Kopf, zeigen aber unterschiedliche Strategien zur Rettung des gefährdeten Lebensraums. Einige verharren abwartend, andere scheinen voller Tatendrang. Speziell für die Ausstellung im Modegeschäft, die bis Jahresende dauert, hat Winfried Gille kleinere Objekte gefertigt. Natürlich hofft er auf das Weihnachtsgeschäft in einem Jahr der Absagen. Nicht einmal die Workshops, die er in den Techniken Schmieden und Schweißen, Holz und Natur, Specksteinbearbeitung oder Müllrecycling anbietet, sind derzeit möglich. Umso dankbarer ist der Künstler für diese Ausstellungs-Möglichkeit, die sich nahe seiner alten Wirkungsstätte befindet.