Haus ist unbewohnbar Welle der Hilfsbereitschaft nach verheerendem Brand

Witzhelden · Am Freitag brannte eine Wohnung am Heider Weg völlig aus. Viele Leichlinger wollen der Familie, der nichts geblieben ist, jetzt helfen.

 Simona Theurich sammelt die Spenden für ihre Freundin und deren Sohn in ihrer Garage. Der Wäschekorb mit den Handtüchern wurde zuerst vorbeigebracht.

Simona Theurich sammelt die Spenden für ihre Freundin und deren Sohn in ihrer Garage. Der Wäschekorb mit den Handtüchern wurde zuerst vorbeigebracht.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Ein Wäschekorb voller Handtücher war der Anfang. „Gleich am Freitagnachmittag hat eine Feuerwehrfrau vom Löschzug Metzholz den Korb vorbeigebracht“, sagt Simona Theurich.  Wenige Stunden vorher war die Frau mit den vier Löschzügen aus Witzhelden und Leichlingen noch stundenlang im Einsatz, um einen verheerenden Brand am Heider Weg zu löschen. Das Dachgeschoss eines Hauses brannte völlig aus, eine Mutter mit ihrem zwölfjährigen Sohn steht vor dem Nichts.

„Es ist nichts geblieben, alle Papiere, Urkunden, Unterlagen und Schulsachen sind weg“, sagt Theurich, die nur ein paar Häuser entfernt vom Unglücksort wohnt. Auch persönliche Gegenstände, Fotos und Andenken wurden von dem Feuer zerstört, von Alltagsgegenständen wie Kleidung und Möbeln ganz zu schweigen. Die Betroffenheit in der Nachbarschaft war groß. Und so überlegte Simona Theurich, wie man der Familie schnell helfen kann. „Das sind Freunde von mir, und Freunden in Not hilft man“, betont Theurich. „Das kann wirklich jedem von uns jederzeit passieren, und dann können wir nur hoffen, dass uns jemand hilft.“

Deshalb rief sie noch am Freitagabend über Facebook zu Spenden für die Familie auf, und innerhalb weniger Stunden waren viele Leichlinger diesem Aufruf gefolgt. Dem Wäschekorb voller Handtücher folgten mehrere Taschen voller Kleidung und Bettwäsche. Kisten mit Gläsern, Hygieneartikeln und Waschmittel wurden vorbeigebracht. Simona Theurich koordiniert die Hilfsaktion und hat ihre Garage in ein kleines Lager verwandelt.

Am Sonntagnachmittag kam ihre Freundin vorbei, um die ersten Sachen abzuholen. Sprechen kann die Frau über das Geschehene noch nicht. „Dazu bin ich gerade nicht in der Lage.“ Die Stadt hat sie und ihren Sohn für die nächsten zwei Wochen in einer Ferienwohnung untergebracht. „Durch den Aufruf bei Facebook ist auch schon eine neue Wohnung gefunden“, erzählt Theurich. Sie liegt ganz in der Nähe der alten Wohnung und ist ab 1. August bezugsbereit. Es gibt bereits Angebote für einen Kühlschrank und eine Waschmaschine. Das Sozialkaufhaus Globolus hat angeboten, dass Mutter und Sohn außerhalb der Öffnungszeiten vorbeikommen können, um sich mit dem Nötigsten einzudecken.

 Eine Plane verhindert, dass es in die Brandruineam Heider Weg hinein regnet. Das Dach wurde bei dem Feuer schwer beschädigt.

Eine Plane verhindert, dass es in die Brandruineam Heider Weg hinein regnet. Das Dach wurde bei dem Feuer schwer beschädigt.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Die Hilfsbereitschaft der Leute ist wirklich enorm“, freut sich Simona Theurich. Dennoch wird es vermutlich noch lange dauern, bis bei der Familie wieder Normalität einkehrt. Als nächstes will Theurich eine Liste erstellen, was noch gebraucht wird. Wer helfen will, kann mit ihr per persönliche Nachricht über Facebook Kontakt aufnehmen. „Dann klären wir, was gebraucht wird und wann es vorbeigebracht werden kann.“