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Weihnachtsgeschäft: Leichlinger Händler zwischen Hoffen und Bangen

Wie sehr leidet der Leichlinger Einzelhandel unter Corona? : Weihnachtsgeschäft – ein Bangen und Hoffen

Das Land erlaubt Händlern in der Adventszeit zu öffnen, um den Einkaufsfluss zu entzerren. Das sagt der Einzelhandel in der Blütenstadt dazu.

Zur Weihnachtszeit sind dem Einzelhandel steigende Umsätze sicher. Normalerweise. Gilt das auch für dieses Jahr? Oder bleiben die Kunden aus und der Teil-Lockdown verdirbt den Innenstadthändlern der Blütenstadt gar das Weihnachtsgeschäft? Wir haben bei einigen Geschäften nachgefragt.

Stefan Clemen, Inhaber des Fachgeschäftes für Fernsehen, Audio, Computer und Haushaltsgeräte in der Brückenstraße, sieht jedenfalls keinerlei Grund zur Klage. „Eher im Gegenteil“, bestätigt der Geschäftsmann. Trotz Corona sei das Geschäft nicht zurückgegangen. Nur das Kundenverhalten habe sich geändert, beschreibt Clemen, die meisten Käufer würden sich inzwischen mit Termin ankündigen, um sich dann im Geschäft beraten zu lassen. Gerade deshalb würden seinen Hoffnungen – vorausgesetzt die geltenden Regeln lassen es zu – auf den üblichen verkaufsoffenen Sonntagen im Advent ruhen. Clemen: „Dadurch könnten wir Besuche entzerren und notwendige Geschäfte realisieren, aber die Corona-Einschränkungen dennoch einhalten.“ Stärker als die Sorge um den Verkauf von Waren belaste ihn ohnehin der Ärger um den Einkauf. Er könne nur hoffen, dass die Produkte pünktlich geliefert würden, sagt Clemen mit Hinweis auf die gestörten Abläufe bei Zuliefer-Firmen.

Sehr zufrieden äußert sich auch Lisa Gilljohann, Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung im Brückerfeld. „Weil alle Leute hierbleiben und ihr Geld vor Ort ausgeben, läuft das Geschäft gut und wir haben mehr zu tun, als im Vorjahr“, sagt die Geschäftsfrau und bestätigt die Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE), der damit rechnet, dass der Einzelhandel seine Umsätze im November und Dezember um 1,2 Prozent steigern kann. Vor allem deshalb habe sie keine Sorge um das Weihnachtsgeschäft. Ob sie sich allerdings an den verkaufsoffenen Sonntagen beteiligt, will sie vom Verhalten ihrer Kollegen abhängig machen. „Keinesfalls werde ich jeden Sonntag öffnen, weil dann Gedränge programmiert ist.“ Weniger gut läuft es derzeit im Spielwarengeschäft „Kinderkiste“ von Kathrin Weber und Monika Jellwitzki im Brückerfeld. „Das Problem ist, dass Kinder ihre Geburtstage nicht feiern dürfen und dass somit ein Teil des Umsatzes wegfällt“, erläutert Monika Jellwitzki. „Ja, wir fürchten ums Weihnachtsgeschäft“, antwortet die 55-Jährige auf die gleichlautende Frage. „Wir zählen deshalb auf die verkaufsoffenen Sonntage und darauf, dass wir nicht wieder schließen müssen. Ich habe wirklich Magengrummeln, wie es weitergeht“, kommentiert sie.

„Corona macht sich bemerkbar, ist aber nicht so schlimm, wie gedacht“, berichtet Silvia Voeste, Chefin beim Raumausstatter Atelier Voeste im Brückerfeld. Weil es sich die Kunden in der Krise zu Hause schön machen wollten, kauften sie entsprechend viel ein. Dazu komme, dass ihr Geschäft schon seit Jahren im November besonders floriere, während der Dezember eher ruhiger verlaufe. Dennoch werde auch sie sich – falls möglich – an den Sonntagsgeschäften beteiligen.