Weggefährten nehmen Abschied von Sigurd Tesche

Trauerfeier in Witzhelden : Stiller Abschied von Naturfilmer Sigurd Tesche

Der international renommierte Naturfilmer war Mitte Januar im Alter von 79 Jahren gestorben.

Er war ein Weltenbummler, auf allen Kontinenten unterwegs, und doch seiner bergischen Heimat ein Leben lang eng verbunden: Am Mittwoch wurde der Dokumentar- und Naturfilmer Sigurd Tesche in seiner langjährigen Wahlheimat Witzhelden beigesetzt. Er war am 12. Januar im Alter von 79 Jahren gestorben.

In der evangelischen Kirche des Höhendorfes nahmen seine Tochter Natali Tesche-Ricciardi mit ihrer Familie, zahlreiche Freunde, Wegbegleiter und Kollegen Abschied. „Seine Bilder und Filme sind ein bleibendes Kulturgut“, erinnerte Pfarrer Stephan Schneider an das international anerkannte Wirken Tesches, der vor allem für seine Unterwasser-Dokumentationen bekannt war. Für die Region hatte er gemeinsam mit seiner Tochter bereits vor zehn Jahren ein Zeichen gesetzt, als er mit der Dokumentation „Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land“ die Schönheit des bergischen Flusses für alle Welt erlebbar machte.

Die Leidenschaft fürs „Beobachten, Festhalten und Verstehen“, wie Pfarrer Schneider es ausdrückte, hatte Tesche bereits in seiner frühen Jugend entwickelt. In Haan geboren, am Schaberg unweit der Müngstener Brücke in Solingen aufgewachsen, zog er schon früh mit seiner eigenen Kamera durch die Natur. Nach dem Abitur studierte Tesche Fotografie, Grafik und Design in Solingen und Wuppertal. „Seine Geschichten hatten immer einen ersten Hintergrund, die Bewahrung der Schöpfung war ihm ein wichtiges Anliegen“, erinnerte ein enger Freund des Dokumentarfilmers bei der Trauerfeier.

Hinschauen, neugierig bleiben, immer wieder Neuland betreten war zeitlebens sein Antrieb. „Er wollte das Leben scharfstellen“, sagte Schneider. Ein Freigeist sei er gewesen. Sigurd Tesche hat rund 700 Filme gedreht, erhielt viele Auszeichnungen. Auch zahlreiche Bücher zählen zu seinen Werken. Bereits in den 1960er Jahren hatte er seine eigene Produktionsfirma gegründet, arbeitete eng mit seiner Ehefrau Marlene Tesche zusammen, die vor zwei Jahren starb.

Sein letztes großes Werk aber führte ihn in die alte Heimat: Mit der Flussdokumentation „Die wilde Wupper“ setzte der Naturfilmer seiner Heimat und sich ein letztes sehenswertes Denkmal.