Leverkusen/Opladen/Leichlingen: Wassermassen durch Unwetter

Leverkusen/Opladen/Leichlingen: Wassermassen durch Unwetter

Nach dem heftigen Regenfall in der Leichlinger Innenstadt und im Bereich Unterschmitte wurden am Samstag ab 16.22 Uhr binnen weniger Minuten alle vier Löschzüge der freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Im Bereich Bahnhofstraße, Brückenstraße und Brückerfeld standen Augenzeugen knietief im Wasser.

Zwischen Kellerhansberg und Brückerfeld staute sich das Wasser in zahlreichen Kellern, vom Rand des Gebiets an der Opladener Straße und "Heidchen" kamen ebenfalls vereinzelt Notrufe. Rund 60 Feuerwehrleute kamen mit 14 Fahrzeugen zur Hilfe.

Besonders betroffen: der Markt

In der Feuerwache "Am Wallgraben" hatten Wehrleiter Ronald Hillbrenner und sein Vertreter Bernd Weißhaupt eine Krisenzentrale eingerichtet, die alle Einsätze koordinierte. Über Funk und Fax schickte auch die Kreisleitstelle in Bergisch Gladbach die Hilfeersuchen dort hin. Binnen vier Stunden wurden 25 Einsatzstellen bearbeitet, auch während der Nacht zum Sonntag musste die Feuerwehr noch zweimal ausrücken.

Besonders betroffen war der Bereich rund um den Marktplatz am Brückerfeld. Dort lief unter anderem eine Tiefgarage etwas 15 Zentimeter tief voll. Durch das rasche Eingreifen der Bewohner und der Feuerwehr konnten jedoch alle abgestellten Fahrzeuge gerettet werden. Die Hausgemeinschaft besitzt Wassersperren für die Türen zu den Treppenräumen und einen so genannten Pumpensumpf, in den die Feuerwehr einen großvolumigen Saugschlauch einhängen konnte. Nicht alle Hilfesuchenden waren so gut vorbereitet.

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Der Innenstadt-Zugführer Stefan Meiner, der zur Erkundung mit dem Einsatzleitwagen den anderen Helfern vorauseilte, musste mehrfach ein Eingreifen der Feuerwehr ablehnen: "Wir helfen nach dem Gebot der Not, weil wir auch mit 60 Leuten nicht überall gleichzeitig sein können. Das heißt die schlimmsten Notfälle zuerst. Und das ist da, wo sich die Hausbewohner nicht selbst helfen können, und immer dann wenn eine erhebliche Gefahr besteht. Die Feuerwehr ist kein Hausmeister-Service sondern für die Gefahrenabwehr zuständig."

Seit Jahren verkünden Fachleute, dass sich die extremen Regenfälle häufen. Da sollte sich jeder Hausbesitzer unabhängiger von der Feuerwehr machen. Damit es gar nicht erst zum Wasserschaden im Keller kommt, hat Bernd Weißhaupt von der Feuerwehr einige Tipps: "Kellerlichtschächte und Außentreppen sollten einige Zentimeter über die Umgebung hinausragen. In jedem Keller sollte es ein automatisches, gepflegtes Rückschlagventil in der Abwasserleitung und einen Pumpensumpf geben, am besten mit einer automatischen Tauchpumpe. Dann ist der Keller sogar bei Abwesenheit geschützt. Wassersauger gibt es im Baumarkt auch für den Privatbedarf, im Alltag kann man damit den Keller und die Garage reinigen und bei Starkregen seinen Keller schützen." Ohne Selbsthilfe geht es nicht: Leichlingen hat 160 Einsatzkräfte aber fast 13.000 Haushalte. Weißhaupt selbst kontrolliert vor seiner Haustür in Opladen auch den Regenwassereinlauf an der Straße. Seit die Kommunen etwas "klamm" sind, werden die Einlaufsiebe nur noch in größeren Abständen gereinigt. Bei heftigem Regen staut sich dann das Wasser auf der Straßenoberfläche und die Gefahr, dass es in einen Keller läuft, nimmt zu.

75 Einsätze

Auch in Leverkusen Rheindorf, Bürrig und Opladen waren zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr Leverkusen rückte zu insgesamt 75 Einsätzen seit Samstag, 6. August, 16 Uhr, aus. Sie und das DRK Leverkusen waren mit 24 Fahrzeugen und 106 Einsatzkräften im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde bei einem Einsatz verletzt und im Krankenhaus ambulant versorgt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Land unter in Leichlingen und Leverkusen

(jul/peko)
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