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Leichlingen: Villa Weyermann droht der Hammer

Leichlingen : Villa Weyermann droht der Hammer

Für die denkmalgeschützte frühere Fabrikantenvilla neben dem Leichlinger Bürgerhaus hat sich trotz langer Bemühungen immer noch kein Käufer gefunden. Jetzt wird die Immobilie möglicherweise versteigert.

Die Villa Weyermann könnte bald unter den Hammer kommen. Das sagte Heinrich Witprächtiger, dessen Familie die Immobilie gehört, auf RP-Anfrage.

Seit nun schon mehr als zwei Jahren steht die denkmalgeschützte frühere Fabrikantenvilla zum Verkauf. Wenn sich in den nächsten Monaten kein Käufer findet, sei eine Versteigerung wohl unvermeidlich. "Die Vorbereitungen stehen an", sagte Witprächtiger. Eine Begutachtung des Gebäudes habe bereits stattgefunden, die Auktion könnte schon im Herbst stattfinden. So ganz will Witprächtiger die Hoffnung aber noch nicht aufgeben. "Es sind wohl noch einige dran, die sich das mal angeguckt haben", erzählte er.

Nur teilweise genutzt

Schon seit August 2007 versuchen die Eigentümer, das Schmuckstück neben dem Bürgerhaus an den Mann zu bringen. Zurzeit wohnt Heinrich Witprächtigers Sohn mit seiner Familie im Obergeschoss der Villa, ansonsten wird das Gebäude nicht genutzt. Im Erdgeschoss hat die Familie die Café-Räumlichkeiten unverändert gelassen – schließlich hoffe man nach wie vor auf eine erneute Nutzung als Gastwirtschaft. Als Problem sieht Heinrich Witprächtiger die Wirtschaftlichkeit. "Schon für uns als Familienbetrieb hat sich das zum Schluss nicht mehr gerechnet", sagte er. Noch dazu hätten die Interessenten große Schwierigkeiten, Geld aufzutreiben: "Die Banken sind alle nicht mehr so großzügig", berichtete er. Auch alle Ideen für andersartige Nutzungen verliefen bislang im Sande.

Witprächtiger selbst hatte der Stadt angeboten, die Villa zurückzukaufen, um dort die Mensa für das Schulzentrum einzurichten. "Dazu hätte man zwischen der Villa und der Sporthalle einen Montagebau hinsetzen können", führte Witprächtiger aus – nur so hätte es genug Platz für die Verpflegung der Schüler gegeben. Das war jedoch von Politik und Verwaltung als nicht praktikabel eingeschätzt worden.

Kein Stadtmuseum

Auch die Initiative von Birgitt Färber (Wirtschaftsförderungsverein Leichlingen), in den historischen Räumen ein Stadtmuseum einzurichten, konnte bisher nicht konkretisiert werden. "Das wurde leider nicht verwirklicht, das ist sehr schade", sagte Witprächtiger. Die Zukunft des geschichtsträchtigen Baus aus dem Jahr 1866 ist somit weiter ungewiss.

(RP)