Leichlingen: Versehentlich für tot erklärt

Leichlingen: Versehentlich für tot erklärt

Das war ein Schock für Roswitha Wagner. Durch einen Behördenfehler wurde die quicklebendige Leichlingerin ins Jenseits befördert – zum Glück nur auf dem Papier.

Roswitha Wagner ist eine humorvolle Frau. Und deshalb konnte sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung auch schon herzhaft über das lachen, was ihr vor wenigen Tagen widerfahren war. Obwohl sie die Tatsache, dass sie für tot erklärt worden war, zunächst gar nicht lustig fand. "Das war ein echter Schock für mich", erzählte die Leichlingerin.

Witwenrente blieb aus

Was war passiert? Alles hatte damit begonnen, dass die seit etwa zwei Jahren verwitwete 56-Jährige Ende des vergangenen Monats ihre sonst stets pünktlich eintreffende Witwenrente nicht auf ihrem Konto vorfand. "Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht und vermutet, das hätte damit zu tun, dass der 28. Februar in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel", berichtete Roswitha Wagner. Als die Zuweisung aber weiterhin ausblieb, habe sie ihre Mutter kontaktiert, die ebenfalls Rente bezieht. "Die hatte ihr Geld ordnungsgemäß bekommen."

Roswitha Wagner tat daraufhin das einzig Richtige: Sie schob die Sache nicht auf die lange Bank, sondern griff umgehend zum Telefon und kontaktierte die zuständige Rentenstelle in Leverkusen. Die Dame am anderen Ende der Leitung sei auch sehr nett gewesen. Nur: "Nachdem sie mich nach meiner Rentennummer gefragt hatte, gab sie mir zur Auskunft, dass die Zahlung zum 31. Januar 2010 eingestellt worden sei", sagte Roswitha Wagner. Und dann kam der Hammer: Die Sachbearbeiterin berichtete von einem beglaubigten Schreiben des Leichlinger Bürgerbüros, nach dem Roswitha Wagner offiziell für tot erklärt worden war.

Folglich führte der nächste Weg der putzmunteren 56-Jährigen direkt ins Leichlinger Rathaus. Da kam der Grund für die ganze Aufregung schnell heraus. Und wie so oft war es eine kleine Ursache mit großer Wirkung, die das Durcheinander angerichtet hatte. Konkret ging es nur um zwei kleine Ziffern. Im Klartext: Beim Bürgerbüro war tatsächlich eine Leichlingerin mit dem Namen Roswitha Wagner als verstorben gemeldet worden. Und wie es der Zufall wollte, stimmten auch Geburtstag und -monat mit den Daten der quicklebendigen Roswitha Wagner überein. Nur beim Geburtsjahr, da hatte es einen Zahlendreher gegeben, der die Verwicklungen in Gang setzte. Die lebendige Roswitha Wagner ist Jahrgang 1953, die Verstorbene war Jahrgang 1935.

Das Leichlinger Bürgerbüro habe sich sofort für das Versehen und den damit verbundenen Ärger entschuldigt, berichtete das Verwechslungsopfer. "Und die Mitarbeiterin dort hat mich dann auch direkt wieder zum Leben erweckt", erzählte Roswitha Wagner schmunzelnd. Die ausstehende Witwenrente sei mittlerweile auch auf ihrem Konto eingegangen.

Kollegen wollten sammeln

Nur den Spott der Kollegen muss die Leichlingerin wohl noch ein bisschen länger ertragen. "Die wollten schon Geld für einen Blechkranz für mich sammeln", erzählte die 56-Jährige und lacht schallend. Die Frau hat wirklich Humor.

(RP)