Unwetter in NRW: Starkregen in Leichlingen - Sirenenalarm

Unwetter im Rheinland : Regen überflutet Straßen – Sirenenalarm in Leichlingen

In der Nacht zu Sonntag ist ein Gewitter mit Starkregen über das Rheinland gezogen. In vielen Städten standen Straßen und Keller unter Wasser. In Leichlingen heulten die Sirenen.

Besonders betroffen vom Unwetter war Leichlingen. „Das Unwetter traf uns mit voller Gewalt“, teilte die Feuerwehr mit. Gegen 1 Uhr in der Nacht wurde Sirenenalarm ausgelöst, um die Bevölkerung zu warnen und alle verfügbaren Kräfte zu alarmieren. Der Regen setzte Straßen und Keller unter Wasser, auch ein Supermarkt lief voll. Vom Wasser angespülter Schlamm verdreckte die Innenstadt.

Die Feuerwehr forderte Unterstützung aus Köln, Bergisch Gladbach, Rösrath, Kürten und Wermelskirchen an. Am Morgen gegen 4 Uhr meldete die Feuerwehr noch 150 Einsätze.

In Leverkusen standen in den Stadtteilen Küppersteg und Manfort zahlreiche Keller unter Wasser. Auch die BayArena und die Sportanlage Tannenbergstraße waren laut Feuerwehr betroffen. Die Sportanlage Tannenbergstraße habe nahezu vollständig unter Wasser gestanden. Im Stadtgebiet wurden Straßen überflutet. Drei Fahrzeuge blieben liegen. Die Insassen mussten in den Wagen abwarten, bis das Wasser wieder abgelaufen war. Sie wurden von der Feuerwehr betreut. Außerdem waren THW und Deutsches Rotes Kreuz im Einsatz.

Unter Wasser steht auch der Wildpark Reuschenberg. „Die Wege sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Hilfe in Form von Spenden oder Fachfirmen, die uns bei der Reparatur helfen, sind herzlich willkommen“, schreibt Leitern Sabine Honnef. „Der Ziegenstall steht zum Glück auf einem Hügel, so dass die Tiere nicht zu Schaden kamen, sondern lediglich zu Inselbewohnern geworden sind.“

Im Solinger Stadtteil Unterburg gab es Überflutungen. Der Trogbach am Mühlendamm schwoll laut Feuerwehr an und suchte sich seinen Weg durch ein Wohnhaus. Wegen eines verstopften Gitters stand das Wasser in dem Haus bald 15 Zentimeter hoch. Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab. Mithilfe von 500 Sandsäcken errichteten die Einsatzkräfte außerdem einen provisorischen Bachlauf.

Auch der Eschbach in Solingen stieg laut Feuerwehr über seinen kritischen Pegel. Die Eschbachstraße wurde überflutet, ein Keller lief voll.

Zwischen Remscheid und Solingen entgleiste ein Zug der Linie S7. Der Regen hatte Versorgungsleitungen, die normalerweise neben den Gleisen verlaufen, hochgespült. Sie lagen quer über den Gleisen, der Zug fuhr hinein. Verletzt wurde niemand.

Eine Unterführung in Düsseldorf-Oberbilk wurde vom Wasser überflutet. Foto: Damian Pietryga

In Düsseldorf rückte die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen aus. „In der Regel handelte es sich um überflutete Straßen und vollgelaufene Keller“, sagte ein Sprecher unserer Redaktion. Zwischen 23 Uhr am Abend und 10 Uhr am nächsten Morgen gab es 159 Feuerwehreinsätze, die mit dem Unwetter zu tun hatten. Schwerpunkt war die südliche Innenstadt. Rund 350 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr waren im Einsatz und pumpten Wasser aus Kellern, Unterführungen und Tiefgaragen.

Ein Einsatzort war die Schaffrath-Filiale an der Aachener Straße in Bilk. Hier sammelten sich laut Feuerwehr etwa 200 Kubikmeter Wasser im Untergeschoss. Es entstand erheblicher Sachschaden im Lager und auf der Verkaufsfläche des Möbelhauses. Im Uniklinikum stieg das Wasser im Raum einer Trafostation bedrohlich an. Mit mehreren Pumpen konnte die Feuerwehr aber verhindern, dass es zu größeren Stromausfällen kam. Verletzte gab es laut Feuerwehr nicht.

Ebenfalls schwer getroffen wurden Monheim und Langenfeld. Dort rückte die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen aus, nachdem Starkregen Keller, Wohnungen und Straßen unter Wasser gesetzt hatte. Einsatzkräfte unter anderem aus Ratingen unterstützten die Feuerwehr vor Ort.

Viele Einsätze dauerten bis in die Morgenstunden. Wie hoch die Schäden sind, die das Wasser angerichtet hat, ist noch unklar. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.

Auch der Flugverkehr war betroffen: 15 Flugzeuge, die in der Nacht am Flughafen Köln/Bonn landen sollten, wurden umgeleitet.

Im Essener Stadtteil Kupferdreh traten zwei Bäche über die Ufer. Dadurch wurden laut Feuerwehr Wasser und Schlamm in ein Schulungszentrum gedrückt. In den dortigen Kellerräumen stand das Wasser demnach zwischenzeitlich mehr als einen Meter hoch. Die Feuerwehr pumpte das Wasser stundenlang ab. Übrig bleibt Schlamm, der knöcheltief die Böden bedeckt und noch beseitigt werden muss. Ob der Schulungsbetrieb in dem Gebäude am Montag aufgenommen werden kann, ist laut Feuerwehr unklar.

Ein Schulungszentrum in Essen-Kupferdreh wurde überflutet. Foto: Mike Filzen/Feuerwehr Essen

Am Samstagnachmittag hatte es im Sauer- und Siegerland heftig geregnet, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mitteilte. Dort trat zum Teil extrem heftiger Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter sowie Hagel auf.

Am Sonntag kann es in NRW erneut gewittern. Für den Vormittag erwarten die Meteorologen Schauer und einzelne Gewitter, bei denen es lokal zu Starkregen kommen kann. Ab dem Nachmittag nimmt die Gewitterwahrscheinlichkeit wieder zu. Es kann zu Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen. In der Nacht zu Montag soll sich das Wetter beruhigen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir geschrieben, in Leichlingen sei Katastrophenalarm ausgelöst worden. Das war nicht korrekt, es wurde Sirenenalarm ausgelöst. Wir haben den Text korrigiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Heftiges Unwetter trifft Leichlingen

(lsa)
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