Unwetter in Leichlingen: Pilgerheim überschwemmt

Bach tritt über die Ufer : Seniorenheim in Leichlingen wird überschwemmt

Weltersbach überflutet Seniorenheim in Leichlingen

Die Feuerwehr war in Leichlingen am Freitag vielerorts im Großeinsatz. Am schlimmsten traf es die Bewohner in Weltersbach.

Gegen 6.30 Uhr brachte ein Gewitter am Morgen den ersten starken Regen über Leichlingen. Als es dann am Vormittag zum zweiten Mal wie aus Eimern schüttete, war vielerorts Land unter: Hauskeller liefen voll, Hänge rutschten ab. Auch die Oskar-Erbslöh-Straße zwischen dem Leverkusener Stadtteil Bergisch-Neukirchen und Leichlingen musste gesperrt werden. Schlimm traf es das Pilgerheim Weltersbach, eine Senioreneinrichtung, an der alle Löschzüge der Leichlinger Feuerwehr im Einsatz waren.

Hilfe aus den Nachbarstädten

Die starken Niederschläge hatten den Weltersbach derart stark ansteigen lassen, dass er wie eine Sturzflut den Hang oberhalb eines Wohnhauses hinunterströmte. Die Feuerwehr hatte schon am frühen Morgen eine Sandsackbarriere aufgebaut. Doch diese wurde vom dem zweiten Starkregen weggeschwemmt. Das Wasser drang durch die Hauswand in den Keller ein. Schlimm getroffen wurde auch ein weiter unten liegendes Wohnhaus. Dort ist eine wichtige Stromverteilung für das Tal untergebracht - und die Telefonanlage. Beides fiel nach dem Regen aus, sodass viele Häuser ohne Strom und das ganze Tal ohne Telefon war.

Die Feuerwehr holte sich Verstärkung. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks kamen aus Wermelskirchen und die Helfer stapelten zusammen mit der Feuerwehr Sandsäcke rund um das Haus. Die Feuerwehr Solingen schickte einen Lkw mit Sandsäcken. Auch aus Burscheid und Wermelskirchen kam Unterstützung. Ein Statiker prüfte die Standsicherheit von Haus Bethel - und konnte am Nachmittag Entwarnung geben. Das Haus ist nicht einsturzgefährdet.

Sportanlage in der Balker Aue betroffen

Die neue Sportanlage in der Balker Aue, die am Freitag eröffnet werden sollte, stand komplett unter Wasser. Die Toilettenanlagen wurden überflutet und „der Platz steht nahezu komplett unter Wasser“, sagte Stadtsprecherin Ute Gerhards. Die neue Sprunggrube, an der am Samstag Spitzensportler und Olympiateilnehmer ihr Können unter Beweis stellen sollten, waren mit Wasser vollgelaufen. „Auch der Rasenplatz ist sehr, sehr feucht geworden. Es ist überall sehr matschig“, beschrieb Gerhards. „Sehr wahrscheinlich werden wir das Fest absagen müssen“, sagte die Stadtsprecherin gegen Mittag.

Als der große Schauer nachließ, folgte jedoch die Entwarnung: „Der Wassereinbruch war schon sehr groß, aber die neue Drainage auf dem Platz hat sehr gute Arbeit geleistet“, berichtete Gerhards. „Nach einer Stunde war der Platz fast wieder komplett trocken.“ Sofern kein Unwetter für Samstag vorhergesagt würde, sollte das Sportfest also stattfinden.

Die Auswirkungen des Unwetters erreichten aber auch das Rathaus. Die Telefonanlage fiel aus, die Mitarbeiter waren nur noch über E-Mail erreichbar.

(woa)
Mehr von RP ONLINE