Unverpackt-Laden öffnet im September in Leichlingen

Unverpackt-Laden öffnet im September : Einkaufen ohne Plastikmüll

Andreas Neumann und Silke Hermanns wollen im September den Unverpackt-Laden Leichlingen eröffnen – mit einem ungewöhnlichen Konzept.

Sie sprießen in ganz Deutschland wie Pilze aus dem Boden und treffen offenbar den Nerv unserer Zeit: unverpackt-Läden, in denen die Menschen einkaufen, aber den üblichen Verpackungsmüll vermeiden können. Auch die Leichlinger haben bald die Chance, schon beim Einkauf etwas für die Umwelt zu tun: Andreas Neumann und Silke Hermanns eröffnen Anfang September in der Marktstraße 5 ihr Geschäft „AS – Der Unverpacktladen Leichlingen“, ihre Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Nach den Sommerferien und vor dem offiziellen Eröffnungstermin wollen die beiden Leichlinger einen Tag der offenen Tür machen, ihr Konzept vorstellen. „Der Plastikwahnsinn nervt uns schon seit Jahren“, sagen sie, wieso sie den aktuellen Trend zu weniger Verpackung, vor allem aus Plastik, aufgreifen. Da sei auf jeden Fall viel Zukunft drin, und sie könnten so ihren eigenen kleinen Teil zum Umweltschutz beitragen.

Dabei soll es in ihrem Laden nicht nur unverpackte, sondern auch gut verpackte Ware geben, dann beispielsweise in Glas, Papier oder Pappe. Was gänzlich unverpackt ist, wird in sogenannten Bins angeboten: Aus den großen Behältern können sich die Kunden in ihre mitgebrachten Gefäße ihre Produkte abfüllen und abwiegen. Anbieten wollen Neumann und Hermanns unter anderem Nudeln, verschiedene Reissorten, Müsli, Getreide, Honig, Mandelmus, Öl, Essig, Trockenfrüchte, Gewürze, Kekse und Süßigkeiten, aber auch Milchprodukte von einem Leichlinger Bauernhof und bei entsprechender Nachfrage Obst und Gemüse.

Außerdem gibt es im sogenannten „Non-Food-Bereich“ Zahnputztabletten, Bambus-Zahnbürsten und -Wattestäbchen, Seife, Waschsäckchen und biologisch abbaubares Reinigungsmittel an der Abfüllstation. „Vieles ist ein bisschen wie ein Schritt zurück in Omas Zeiten“, sagt Andreas Neumann. Denn Dinge, die früher schon funktioniert haben, werden jetzt unter dem Umweltschutzgedanken wieder aufgegriffen.

Wer im Unverpackt-Laden in Leichlingen kauft, kann seine Dosen oder Gläser nutzen oder vor Ort erwerben. Im Geschäft gibt es Papiertüten oder Säckchen, Altgläser können die Kunden mitbringen, sie werden gespült. „Ein Pfandsystem wird es aber nicht geben, die sauberen Gläser stehen einfach zur Verfügung“, sagen Hermanns und Neumann.

Aktuell sind sie vor allem auf Erkundungstour, besuchen Messen, um die besten Lieferanten zusammenzustellen, tauschen sich mit anderen unverpackt-Ladenbesitzern aus. Einen großen Kühlschrank für die Milchprodukte wollen sie noch anschaffen, das Geschäft für ihre Bedürfnisse umbauen. „Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, aber vor allem freuen wir uns auf den Laden“, sagen Andreas Neumann und Silke Hermanns.

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