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Unternehmen und anderen Schulen setzen sich für die Leichlinger ein

Förderverein kann neuen behindertengerechten Bus anschaffen : Enorme Spendenbereitschaft für Paul-Klee-Schule

Weil viele Unternehmen und Menschen Geld für die LVR-Paul-Klee-Schule, Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung, gesammelt haben, kann sie große Mengen des Flut-zerstörten Equipments erneuern.

Als „großen Stern der Hoffnung“ bezeichnet Tracey Searle-Westerfeld, Vorsitzende des Fördervereins der LVR-Paul-Klee Schule, die Spendenbereitschaft der vergangenen Monate. Binnen weniger Jahre wurde die Schule zweimal vom Hochwasser zerstört. Teure Hilfsmittel für die Schüler, die der Förderverein in den vergangenen Jahren mit großer Anstrengung angeschafft hatte, fielen den Fluten zum Opfer. Auf große Kapitalanlagen, um das einfach zu ersetzen, kann der Förderverein nicht zurückgreifen. Umso herzerwärmender der große Zuspruch, den Schüler, Lehrer und letztendlich auch die Eltern dieser Tage erleben.

Erst vergangene Woche wurde der Schule ein neuer behindertengerecht ausgebauter Bus überreicht, der dank der großzügigen Spende der Prysmian-Group, einer der weltweit größten Kabelhersteller, ermöglicht wurde. Dessen Mitarbeiter waren auf das Schicksal der vom Hochwasser betroffenen Schule aus Leichlingen aufmerksam geworden und hatten einen Spendenaufruf innerhalb der Belegschaft gestartet. Der durch die Mitarbeiter gesammelte Betrag wurde wurde vom Unternehmen verdoppelt, erzählt Searle-Westerfeld. „Ein geeignetes Fahrzeug wurde schnell gefunden und nach den Bedürfnissen der Schule ausgebaut“, zeigt sie sich sehr glücklich.

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Bei der Übergabe in Solingen, wo ein Teil der Kinder nach dem Juli-Hochwasser übergangsweise untergebracht ist, schallte tosender Applaus und Jubel über das Schulgelände, berichtet die Vereinsvorsitzende. „Zum Dank überreichten die Klassen ihre selbstgebastelten Sterne des Dankes. Für alle Anwesenden eine sehr rührende Geste.“

Mit dem neuen Bus können die Klassen wieder zu Therapiestunden und Sportstätten gefahren werden und Ausflüge unternehmen. Schulleiterin Anne Eckhardt bedankte sich für die großzügige Spende, die das Schulleben ungemein erleichtere. „Die letzten drei Jahre waren für alle Betroffenen der LVR-Paul-Klee-Schule mehr als herausfordernd“, fasst Searle-Westerfeld zusammen. „Die erste Überschwemmung 2018, Corona und nun die zweite Flut mit Corona. Das ist für alle Beteiligten nur schwer zu verkraften.“ Glücklicherweise sei das Licht der Hoffnung nicht erloschen. „Mit einer so großartigen Spendenbereitschaft hat der Förderverein niemals gerechnet.“ Bewusst hatte sich die Vereinsspitze dazu entschieden, keinen Spendenaufruf zu starten, da auch viele andere Menschen im Umfeld der Schule vieles in den Fluten verloren hatten. „Dennoch waren wir uns sicher, dass wir das irgendwie schaffen würden“, äußert sich die Fördervereinsvorsitzende optimistisch. „Uns ist das Herz gebrochen zu sehen, was an Neuanschaffungen nach der Flut 2018 wieder entsorgt werden musste. Auch der Verlust des Schulstandortes schmerzt.“ Mittlerweile ist sich der Verein sicher, dass alles ersetzt werden kann, was sie über die Jahre für Schüler und Kollegium angeschafft hatten, „wie etwa zusätzliche Therapiegeräte, die im Durchschnitt gut 10.000 Euro kosten, behindertengerechte Sportgeräte, fest installierte Außenspielgeräte wie etwa eine Rollstuhl-Schaukel oder ein Rollstuhl-Trampolin für je ca. 16.000 Euro“, zählt Searle-Westerfeld auf. „Anschaffungen für die Fachbereiche Naturwissenschaften, Musik, Religion und Kunst und vieles mehr.“ Allerdings sei noch ein wenig Geduld gefragt: Die meisten Anschaffungen könnten aus Platzgründen erst nach dem Wechsel zum neuen Schulstandort angeschafft werden, berichtet die Vorsitzende.

Auch Tanja Dittrich, zweite Vorsitzende des Fördervereins, freut sich über die Aussicht des neuen Schulgeländes in Langenfeld sowie der Entscheidung, die Förderschule beizubehalten: „Es war eine großartige Nachricht, dass der Inklusionsausschuss dem Neubau zugestimmt hat. Denn Inklusion an Regelschulen kann je nach Beeinträchtigung funktionieren, ist aber nicht für jedes Kind die richtige Lösung“, betonte sie. Die Eltern der Paul-Klee-Schüler hätten sich bewusst für diese Schulform entschieden, die den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Schüler gerecht werde.