Leichlingen: Ungesicherter Sand-Abgrund

Leichlingen: Ungesicherter Sand-Abgrund

Der Abhang des Heidbergs ist nicht gesichert - und so wird es nach Aussage der Stadt wohl bleiben. Bürgermeister Ernst Müller äußerte sich derweil verärgert, weil die Allgemeinheit auf den Kosten der Rüden-Rettung sitzen bleibt.

Der Absturz des Podenco-Rüden "Arthuro" und seine Rettung durch die Feuerwehr sorgten vergangene Woche für Schlagzeilen - und machten auf eine Gefahrenstelle aufmerksam: den Abhang am Naturdenkmal Heidberg. Das über gut ausgetretene Trampelpfade zu erreichende Plateau auf dem markanten Sandberg bietet einen eindrucksvollen Weitblick, bei gutem Wetter sind sogar die Türme des Kölner Doms zu sehen. Doch am Rand geht es ziemlich unvermittelt steil in die Tiefe.

Einst schützte hier ein Zaun vor einem Fehltritt mit möglicherweise fatalen Folgen - heute weist nur noch ein verwaister Metallpfosten auf die Gefahrenstelle hin. Der Rest des Maschendrahtzauns liegt zusammengerollt gegen einen Baum gelehnt und rostet vor sich hin.

Eine Entschärfung ist nicht zu erwarten: "Das Dilemma ist, dass wir nicht der Grundstückseigentümer sind", sagte Bürgermeister Ernst Müller Montag auf RP-Anfrage. Die Kuppe des Heidbergs sei weitgehend im Privatbesitz verschiedener Eigentümer, der Stadt gehöre nur ein kleiner Teil der Böschung, der zudem recht dicht bewachsen sei.

Der Abhang war schon einmal in der Diskussion, als die Stadt im April des vergangenen Jahres gegen Mountainbiker vorging, die in den Sandbergen einen illegalen Cross-Parcours angelegt hatten. "Damals sind wir zum Ergebnis gekommen, dass es sich um ein Waldgebiet handelt - und dort können wir nicht jeden Bereich, der gefährlich sein könnte, absichern", argumentierte Müller. Da das Naturdenkmal Heidberg unter den Landschaftsschutz falle, sei es ohnehin schwer, dort Zäune zu errichten.

  • Fotos : Leichlingen: Feuerwehr rettet Hund

Im Rückblick auf die auch im Internetportal von RP ONLINE kontrovers diskutierte Hunde-Rettung auf städtische Kosten sagte Müller, er sehe Regelungsbedarf: "Was mich ärgert ist, dass die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen bleibt, die aus individuellem Fehlverhalten entstanden sind."

Dies sei nach Rechtslage korrekt - im Naturschutzgebiet müssten Hunde angeleint sein, im Landschaftsschutzgebiet aber nicht. Das Landeshundegesetz schreibe jedoch vor, Hunde so zu führen, dass von ihnen keine Gefahr für Menschen oder Tiere ausgehe. "Was heißt das genau? Das ist eine Grauzone", sagte Müller. Oft genug fühlten Jogger und Spaziergänger sich von freilaufenden Hunden bedroht, auch Wildtiere würden gefährdet.

"Da wird man noch mal drüber nachdenken müssen", kündigte er an. Beispielsweise gebe es auch Städte, die in ihrer ordnungsbehördlichen Verordnung vorschreiben, dass Hunde auch im Wald an der Leine geführt werden müssten.

Mehr von RP ONLINE