Leichlingen Uferstraße: Eltern setzen der Stadt Ultimatum

Leichlingen · Im Streit um die Ablehnung von 17 Kindern an der Grundschule Uferstraße haben die Eltern ihren Protest forciert.

 Hat sich an die Spitze des Protests gesetzt: Oliver Kuntze, hier mit Ehefrau Britta und Sohn .

Hat sich an die Spitze des Protests gesetzt: Oliver Kuntze, hier mit Ehefrau Britta und Sohn .

Foto: RP-Foto. Uwe Miserius (Archiv)

Zahlreiche Eltern, deren Kinder zum kommenden Schuljahr 2013/14 keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Grundschule Uferstraße bekommen haben, haben sich am Donnerstag in einem Brief mit ihrem Problem direkt an Bürgermeister Ernst Müller gewendet.

Oliver Kuntze, der das Schreiben dem Verwaltungschef persönlich überreichte, setzt der Stadt darin klare Fristen: "Wir fordern die Stadt Leichlingen unverzüglich auf, spätestens bis zum 26. März eine Bedarfsabfrage für die Wiedereinführung der Verlässlichen Grundschule (Betreuung bis 13:30 Uhr, Anm. d. Red.) an der Grundschule Uferstraße an alle Eltern zu senden, die eine Ablehnung für die OGS bzw. noch keine Zusage für ihre Regelkinder erhalten haben. Wegen der hohen Dringlichkeit in dieser Angelegenheit erwarten wir kurzfristig Ihre Stellungnahme spätestens bis zum 22. März".

Aus den vielen Gesprächen, die seine Frau Britta und er mit den Eltern geführt haben, sei deutlich geworden, unter welchen massiven Druck diese unverschuldet geraten seien. Die meisten Mütter der Kinder, die für die OGS angemeldet und nun abgelehnt wurden, seien in Teilzeit beschäftigt, gingen in der Regel bis Mittag ihrer Beschäftigung nach und leisteten damit einen unverzichtbaren Teil zum Familieneinkommen. Ein Schulwechsel zu den Städtischen Grundschulen Bennert und Büscherhof komme nicht in Frage, da diese weder OGS- noch verlässliche Grundschulplätze anböten. "Die Katholische Grundschule Kirchstraße scheidet als Konfessionsschule für die meisten Eltern ebenso aus", erläutert Oliver Kuntze.

Erschüttert seien viele Eltern auch über das Verhalten der "Quelle" als Trägerin der OGS. Gesprächsversuche mit dem Ziel einer Wiedereinführung einer "Verlässlichen Grundschule", bei der die Kinder vormittags in eine Regelklasse gehen und anschließend eine Betreuung bis nach der sechsten Stunde erhalten, seien kategorisch abgelehnt worden. "Das können wir nicht nachvollziehen. Viele Familien unterstreichen, wie elementar wichtig vor allem dieser Betreuungszeitraum bis 13.30 Uhr ist", sagt Kuntze.

Schulrat Boris Preuss, der Mitte April Gespräche mit dem Schulträger und allen fünf Grundschulen in Leichlingen führen will, versucht derweil, die Gemüter zu beruhigen: "Wir werden schauen, an welchen Schulen möglicherweise noch Kapazitäten frei sind. Die Eltern müssen jetzt Vertrauen haben, dass der Schulträger etwas auf die Beine stellen will." Der habe schließlich auch kein Interesse daran, "dass die Hütte brennt". Boris Preuss jedenfalls lehnt die Wiedereinführung der Verlässlichen Grundschule an der Uferstraße nicht von vornherein ab: "Falls das ein Konstrukt ist, das hilft, halte ich das nicht für ausgeschlossen", sagt der Schulrat.

(RP)