Leichlingen: Überalterung - Stadt muss als Arbeitgeber umdenken

Leichlingen: Überalterung - Stadt muss als Arbeitgeber umdenken

Was macht einen attraktiven Arbeitgeber aus? In Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels muss sich auch die Stadtverwaltung Gedanken darüber machen, wie sie sich zukunftssicher und interessant für Arbeitsnehmer aufstellt. Im vergangenen Jahr hat sich dort offenbar viel getan, wie Bürgermeister Frank Steffes jetzt berichtete. "Der demografische Wandel trifft uns gnadenlos", sagte er.

2018 werden unter anderem zwei Amtsleiter in Ruhestand gehen. Ausschreibungen für Stellen in der Verwaltung aber müssten aktuell oft wiederholt werden, weil sich nicht das passende Personal finde. Im Wettbewerb um die Fachkräfte muss der Verwaltungschef deshalb Trümpfe im Ärmel haben, die überzeugen.

"Wir bieten Schulungen und Fortbildungen, Konfliktcoaching zum Beispiel für die Mitarbeiter in der Sozialverwaltung oder im Bürgerbüro, Workshops, um mit allen ins Gespräch zu kommen", erzählte Steffes.

Wichtig sei außerdem eine bessere Personalentwicklungsplanung und eine veränderte Arbeitsweise: Mitarbeiter aus beteiligten Ämtern arbeiten mittlerweile in Projektgruppen zusammen, beispielsweise beim Bau von Kindertagesstätten oder bei der Betreuung von Asylbewerbern.

"Wir müssen Verantwortung delegieren, um optimale Ergebnisse zu erzielen", betonte der Bürgermeister, was in der freien Wirtschaft längst Standard ist. Doch man müsse "die Leute auch mitnehmen", in einer Verwaltung sei das noch nicht selbstverständlich.

Veränderungen wird auch die fortschreitende Digitalisierung bringen, Stichwort: E-Government. "Wir wollen das Papier so weit wie möglich wegdrücken. Der nächste Rat soll papierlos arbeiten", kündigte Steffes an. Allerdings ist die Verwaltung derzeit selbst noch nicht auf dem technischen Stand, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Im ersten Schritt bekommt sie Anfang 2018 deshalb eine schnelle Breitbandanbindung.

Das Leichlinger Jugendamt steuert mittlerweile über eine einheitliche Software alle Prozesse, und auch der Städtische Bauhof hat ein neues Computerprogramm bekommen. Damit können andere Ämter ihre Aufträge jederzeit online einstellen, die Mitarbeiter erhalten dann aktuelle Informationen auf ihr Handy und können von dort aus zugleich die fertige Abwicklung melden.

Ähnlich wie bei den Aufgaben der Vollstreckung kann sich Steffes auch für die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) eine interkommunale Zusammenarbeit vorstellen, zum Beispiel beim Betrieb eines Glasfaserringnetzes. "Wir könnten EDV-Verfahren gemeinsam nutzen, Mitarbeiter austauschen und uns gegenseitig helfen", sagte er.

Und: "Vieles ist derzeit im Umbruch, die Verwaltung ist jedoch kein Segelschiff, sondern eher ein Tanker. Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg."

(RP)