Kandidatenporträt Maik Außendorf Bündnis 90/Die Grünen: Über den Gartenzwerg an die grüne Politik gelangt

Kandidatenporträt Maik Außendorf Bündnis 90/Die Grünen : Über den Gartenzwerg an die grüne Politik gelangt

Maik Außendorf würde die Lobbyisten in der Bundespolitik in ihre Schranken weisen und die Nebeneinkünfte offen legen.

An seine erste Berührung mit den Grünen aus Kindertagen kann sich der 42-jährige Maik Außendorf noch erinnern: "Da war auf dem Spiegel ein Gartenzwerg abgebildet, und es ging um die Grünen". Als Heranwachsender startete er dann einen ersten Versuch: "Aber die Mitglieder waren alle im Alter meiner Lehrer", erinnert sich Außendorf. So wartete er bis 2004 für seinen Eintritt bei den Grünen und ist heute Direktkandidat: "Ich bin mit den Grünen älter geworden", sagt er über sich.

Beruflich und familiär gesichert, sieht Außendorf seine Chancen, die Wolfgang Bosbach-Hochburg mit 50 Prozent CDU-Wählern im Rheinisch-Bergischen Kreis bei der vergangenen Bundestagswahl jetzt zu stürmen, eher realistisch ein: "Ich habe mich auf dem Berliner Wohnungsmarkt noch nicht umgesehen", sagt er bedeutsam. Berlin kenne und schätze er aber: "Ich bin überhaupt gerne in der Welt unterwegs", sagt der sportbegeisterte Mathematiker, der besonders gerne an seine Zeit in Südamerika zurückdenkt: "Da habe ich erfahren, was Armut ist", schildert er auch eine seiner Motivationen, in der Politik "etwas zu bewegen". Als Grünen-Politiker habe er natürlich die Ökologie und eine gerechtere Welt im Blick, durch sein Studium und seinen Beruf aber zugleich auch die Wirtschaftspolitik, sagt der Mitinhaber einer Kölner IT-Consultant-Firma mit sieben Beschäftigten.

Das Weltläufige ist für Maik Außendorf allerdings zur Zeit ein wenig in den Hintergrund getreten. Denn er ist auch Familienmensch, erfreut sich an seiner achtjährigen Tochter und ihrem Zwillingsbruder, die mit dem Vater nicht nur Sport treiben: "Unsere Zwillinge waren ganz enttäuscht, dass sie bei der Bundestagswahl diesmal keine Plakate kleben durften", erzählt Außendorf von seinem politischen Nachwuchs. Was ihn besonders an der Bundespolitik stört und was er in Berlin anders machen würde, da muss er nicht lange überlegen: "Der Einfluss der Lobbyisten auf die Politik muss unbedingt begrenzt werden. Ich bin für viel mehr Transparenz und eine absolute Offenlegung der Nebeneinkünfte der Abgeordneten", sagt der Grünen-Kandidat. Im Falle seiner Wahl würde er zwischen Berlin und Bergisch Gladbach, wo er nah an Köln und trotzdem schön im Grünen wohnt, pendeln. "Das tun fast alle Abgeordneten, und man will ja auch in seinem Wahlkreis präsent bleiben", nimmt sich Maik Außendorf vor.

(RP)