Leichlingen: Trompete: Neuer Anlauf für Edeka

Leichlingen: Trompete: Neuer Anlauf für Edeka

Möglichst bis zur nächsten Stadtrats-Sitzung soll die Stadt Gespräche mit Investor, IHK und Bezirksregierung führen und eine neue Vorlage für eine Supermarkt-Ansiedlung an der Trompete erstellen. Mit reduziertem Platzangebot.

Noch im Laufe dieser Woche wollen sich Vertreter der Leichlinger Stadtverwaltung mit Experten der Industrie- und Handelskammer, der Kölner Bezirksregierung und auch dem Investor zusammensetzen. Erklärtes Ziel: Ein neuer Anlauf zur Genehmigung eines Supermarkts an der Trompete zur Nahversorgung der Anwohner.

Dabei wird es allerdings nicht mehr um die seinerzeit von einer Mehrheit des Stadtrats unbedingt gewünschten "bis zu 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche" gehen. Denn die — das hatte die Bezirksregierung unlängst deutlich gemacht — werden auf gar keinen Fall die Genehmigungs-Hürde überspringen. Gesetzliche Vorgaben, wie sie unter anderem im neuen Landesentwicklungsplan NRW aufgeführt werden, lassen so gut wie keinen Ermessensspielraum, zumal Köln mit Argusaugen darauf achtet, dass ein Markt an der Trompete keine Konkurrenz zur Innenstadt sein darf.

Stadt dokumentiert minutiös

Gleichwohl wurden Beobachter jetzt in der Sitzung des zuständigen politischen Fachausschusses (Bauwesen, Umweltschutz, Stadtentwicklung) den Eindruck nicht los, einer Reihe Politiker falle es schwer, dies zu akzeptieren. So hob Rolf Ischerland (CDU) wortreich an, man dürfe "die Menschen an der Trompete doch nicht im Regen stehen lassen", sondern müsse "alles dafür tun, damit jetzt schnell etwas passiert". Volker Jung (BWL) erhob zu Beginn der Diskussion gar den Vorwurf in Richtung Stadtverwaltung, es gehe "nichts voran".

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Die war allerdings vorbereitet und dokumentierte lückenlos mit Datumsangaben, was sie wann in Sachen Edeka alles unternommen hat — und wessen Wünsche sie umsetzen sollte, auch wenn dies von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sei.

Bei aller Übereinstimmung, dass Leichlingen einen Supermarkt an der Trompete dringend benötigt, müsse eines nun mal beachtet werden, betonte Baudezernentin Barbara Hammerschmidt: "Wir arbeiten gesetzeskonform." Anders ausgedrückt: Gesetzliche Vorgaben, die einen neuen Markt im Außenbereich auf 1050, eventuell vielleicht 1200 Quadratmeter begrenzen, lassen sich nicht politisch auf 1500 oder gar 1800 "hochkungeln".

Kritik entzündete sich aus den Reihen der Ausschussmitglieder daraufhin an einem Gutachten des Anbieters GMA, in dem seinerzeit 1200 bis 1500 Quadratmeter für einen solchen Supermarkt als unter Umständen noch vertretbar erklärt worden waren. "Wir haben damals nicht 1800 Quadratmeter beschlossen, sondern bis zu 1800 Quadratmeter", sagte Andreas Heusner (CDU) — dies sei mit der Maßgabe geschhen, die genaue Größe den Gutachtern zu überlassen.

Hans Gonska (SPD), der den Ausschuss leitete, schaltete sich an dieser Stelle ein: "Wenn Sie als Investor das Signal bekommen, bis zu 1800 Quadratmeter bauen zu können — da gehen Sie doch nicht freiwillig hin und bleiben unter diesem Wert." Frank Steffes und Matthias Ebecke (beide SPD) wurden noch deutlicher in Richtung CDU, BWL und FDP: "Sie haben das damals verbockt — jetzt seien Sie so ehrlich und geben es zu." Kommentar

(RP/rl)