Im Stadtpark : Trödeln geht auch mit Mundschutz

Weniger Händler und Besucher im Stadtpark, aber die Lust aufs Feilschen bei den Leichlinger Trödeltagen war groß. Die Resonanz war überwiegend positiv, und es gab Lob für den Mut des Veranstalters.

Zum ersten Mal nach dem Corona-Lockdown wurde in der Blütenstadt wieder öffentlich gefeilscht. Die Leichlinger Trödeltage am Wochenende wurden von besten Wetter und neuen Regeln begleitet: In den Stadtpark eintreten, durften nur Menschen mit Mund- schutz und nach vorheriger Registrierung am Eingang.

Geduld und Rücksicht wurden von den vielen Trödelfans gefordert, die am Samstag den ersten Leichlinger Trödelmarkttag im Corona-Zeitalter besuchten: Eine stattliche Schlange hatte sich bereits am frühen Samstagnachmittag am Eingang zum abgesperrten Gelände gebildet, weil der Zutritt kontrolliert werden musste. So verlangen es die neuen Regeln der Corona-Schutzverordnung: Vor dem Betreten mussten alle Besucher ihre Kontaktdaten am Einlass hinterlassen. Das dauerte seine Zeit. Doch war kein Gemurre zu vernehmen.

Der Platz war leerer als sonst, sowohl auf Händler- als auch auf Besucherseite. Denn Veranstalter Georg Ott hatte deutliche Abstriche machen müssen, um die Vorschriften und den Mindestabstand einzuhalten. Die Stände waren dafür deutlich länger. Lediglich auf der Wiese klaffte ein großes Loch, was den Besuchern allerdings nicht negativ auffiel, im Gegenteil. „Ich empfinde es als sehr angenehm, dass es nicht so voll ist wie sonst“, sagte Sonja Ziemert. Sie ist regelmäßige Besucherin der Leichlinger Trödeltage, weil sie die Märkte gerne mag und die Atmosphäre im Stadtpark schätzt. Diesmal spielte allerdings ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: „Ich hatte auch große Lust, nach dem Lockdown und den ganzen Einschränkungen wieder raus zu gehen und unter Leute zu kommen.“ Die 53-jährige Solingerin hatte keine Bedenken und könnte sich durchaus vorstellen, künftig unter den neuen Regeln häufiger zu trödeln. „Ich finde es völlig in Ordnung und vertretbar, mit dem Mundschutz hier rumzulaufen. Ich finde es vor allem mutig und toll, dass sich Veranstalter und Händler den vielen Auflagen stellen und trotz Einbußen und Einschränkungen etwas auf die Beine stellen.“

Auch die Händler zeigten sich froh darüber, endlich wieder ihre Waren anbieten zu können, obwohl sich der Absatz bei vielen nicht mit dem aus dem Vorjahr vergleichen ließ. Die Befragten zeigten aber Verständnis für die Situation und Maßnahmen: Christiane Sarfeld aus Kürten beispielsweise bezieht regelmäßig einen Stand auf den Leichlinger Trödeltagen. In der Regel ist sie mit dem Umsatz, den sie mit Modeschmuck, Porzellan und Bilderrahmen in der Blütenstadt erzielt, zufrieden. „Heute läuft es aber nicht so gut wie sonst“, berichtete sie. „Ich habe den Verdacht, dass die Besucher sehr zögerlich sind.“ Das sei aber in Ordnung. „Ich bin froh, dass wir überhaupt trödeln können und es weitergeht. Ich könnte mir vorstellen, auch in der nächsten Zeit unter diesen Bedingungen weiter zu machen. Das ist besser als nichts.“

Bei Silvia Wucherpfennig hingegen lief es an ihrem Verkaufsstand mit Gesellschafts- und Kinderspielen sprichwörtlich wie geschnitten Brot. Familien mit Kindern blieben nicht nur stehen und stöberten, sondern kauften auch ein. Kein Wunder, denn zu Corona-Zeiten haben Gesellschaftsspiele an Beliebtheit gewonnen. „Wir sind zufrieden“, sagte Wucherpfennig. „Man merkt, dass die Leute raus wollen.“

Die Maßnahmen empfand die Händlerin als angemessen. „Es ist alles gut abgesprochen und organisiert, und der Großteil der Menschen hält sich an die Maskenpflicht.“ Auch sie lobte den Veranstalter für seinen Mut, in solchen Zeiten, trotzdem die Trödeltage durchzuführen. „Es wird ja auch für ihn nicht einfach sein.“