Leichlingen: Tierschutzbund stärkt Katzen-Plan der Stadt

Leichlingen: Tierschutzbund stärkt Katzen-Plan der Stadt

Der Bundesverband und die Stadt Paderborn stützen die Leichlinger Tierhilfe in ihrem Appell um schnelle Katzenkastrationen.

Die Leichlinger Tierhilfe hat gestern in ihrem Bestreben, möglichst schnell eine Handhabe gegen Katzenhalter im städtischen Ordnungsbereich zu verankern, die ihre Tiere unkastriert frei laufen lassen, Unterstützung durch den Deutschen Tierschutzbund und die Stadt Paderborn erhalten. Die westfälische Kommune hatte 2008 die Kastrationspflicht eingeführt, ihr Modell wird inzwischen allein in Nordrhein-Westfalen von knapp 130 Gemeinden kopiert.

Eine CDU-geführte Mehrheit im Leichlinger Stadtrat hatte die Einführung des Modells jedoch zunächst verhindert und sich für eine Prüfung von Alternativen stark gemacht, etwa dem Kölner Modell, das nicht auf einer ordnungsbehördlichen Regelung beruht, sondern auf einer Verordnung auf Grundlage des Tierschutzgesetzes.

Das Paderborner Modell sei immerhin schon zehn Jahre alt und damit eventuell juristisch nicht mehr auf neuestem Stand, argumentierten die Christdemokraten.

Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung Paderborn brachte gestern ein anderes Ergebnis: Eine Stadt-Sprecherin berichtete vielmehr, man habe ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht: "Durch die Kastrationspflicht für Katzen ist in unserer Stadt genau das eingetreten, was sich die Verantwortlichen erhofft haben: Die Population der herrenlosen Katzen und damit verbundene Probleme konnten deutlich verringert werden", betonte sie. Die Erfahrungen, die in Paderborn gesammelt wurden, seien durchweg positiv.

Ähnliches ist vom Deutschen Tierschutzbund zu hören. Dort machte eine Sprecherin überdies auf hohe Hürden aufmerksam, die bei dem sogenannten Kölner Modell zunächst überwunden werden müssten:

Erfassung der tatsächlichen Katzenbestände

- Nachweis von Schmerzen und Leiden

- Auch müssten in der Kaskade bereits Kastrationsaktionen (direkte Maßnahmen an den freilebenden Katzen) durchgeführt worden sein, bevor von einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von privat gehaltenen Freigängerkatzen gesprochen werden könne. Im Vergleich dazu sei die Umsetzung ordnungsrechtlicher Verordnungen auf rein kommunaler Ebene oft leichter durchzubringen.

Laut Udo Olschewski (Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Paderborn) hat die Kastrationspflicht auf ordnungsrechtlicher Basis seit 2008 viel Erfolg gebracht. Zudem sei auch viel Aufklärungsarbeit geleistet worden. Unkastrierte Hauskatzen (mit Freigang) gäbe es im Stadtgebiet so gut wie keine mehr. Ein Hoffnungsschimmer auch für die Leichlinger Tierhhilfe, die bekanntlich unter der Masse unkastrierter Freigängerkatzen, die sich ungehindert vermehren können, zu leiden hat.

Tierhilfe-Vorsitzende Nicole Krybus hat sich inzwischen bei der CDU nach eigener Aussage über das in Köln verabschiedete (wenn auch noch nicht rechtskräftige) Modell erkundigt. "Ich könnte auch damit leben", räumt sie ein: "nicht aber mit den weiterhin von der Partei geforderten Ausnahmeregeln für landwirtschaftliche Betriebe."

(RP)