Thomas Richter besucht als Leichlinger Nikolaus Familien und Vereine

Mit Rauschebart und Kostüm : Gestatten, der Leichlinger Nikolaus

Thomas Richter besucht als Nikolaus Familien und Verein, natürlich mit Rauschebart und Kostüm. Die Einnahmen werden gespendet.

Mit Spannung erwarten Kinder und Erwachsene demnächst wieder den Besuch von Thomas Richter. Er ist nämlich seit einigen Jahren der Leichlinger Nikolaus und hat inzwischen so viel zu tun, dass er gar nicht alle Termine persönlich wahrnehmen kann. Alle anderen müssen sich eben damit begnügen, den Teller aufzustellen, beziehungsweise die Stiefel zu putzen, damit der Heilige Mann nachts und ungesehen etwas hineinlegen kann.

Sich von einem Nikolaus aus Fleisch und Blut die Leviten lesen zu lassen ist natürlich etwas ganz anderes und jedenfalls unvergesslich. So hat es auch Thomas Richter selbst erlebt, als er erst halb so groß war wie heute. Bei ihm war es der Kollege Weihnachtsmann und den hat er eher als gruselig empfunden, nicht nur, weil er eine Plastikmaske trug. Richter versteckt sein Gesicht nur hinter dem obligatorischen dicken Rauschebart, der ihn zusammen mit dem aufwendigen Kostüm bei Terminen schon einmal ganz schön ins Schwitzen bringt.

Und: er ist ein lieber Nikolaus. Natürlich hat er sein goldenes Buch dabei, in dem steht, was ihm die Eltern über ihre Kinder vorher per E-Mail mitgeteilt haben. Das sollte erst mal etwas Positives sein, so lautet seine Spielregel. Und dann kann er vielleicht das ungeliebte Zähneputzen ansprechen oder einen anderen Kritikpunkt, bevor er am Ende doch noch ein Lob nachschiebt. Etwa: Dafür kümmerst du dich immer so lieb um deine Geschwister.

Aber bevor er überhaupt das Buch aufschlägt wird bei jedem Besuch gemeinsam gesungen und dann gibt es eine Geschichte über den Nikolaus. Bei Familien verabschiedet er sich nach einer halben Stunde wieder, nachdem die Gaben aus dem Sack verteilt sind. Beim Sport-Verein, wo er 20 Kinder anzusprechen hat oder bei 66 Kindern in der Kita dauert es entsprechend länger.

Manchmal begleite ihn eine seiner beiden Töchter als Christkind verkleidet, erzählt Thomas Richter. Für diese und den älteren Sohn sei er übrigens nie der Nikolaus gewesen. Das ergab sich erst, als ihn Familien aus der Nachbarschaft baten, in die Rolle zu schlüpfen. Und das hat ihm ziemlich gut gefallen.

Außerdem hat er darin eine gute Möglichkeit gesehen, Spenden für einen guten Zweck einzutreiben. Verdienen wollte er ja nichts dabei. Im vergangenen Jahr kamen auf diese Weise rund 700 Euro zusammen, die er je zur Hälfte an das Kinderhospiz Regenbogenland und die KG Rittergilde, wo er ehrenamtlich im Vorstand mitarbeitet, überwiesen hat.

Dieses Jahr habe er schon 900 Euro an Spendenzusagen, verrät er. Davon sollen zunächst alle nicht erfüllten Wünsche beglichen werden, die bei der Wunschbaumaktion für sozial schwacher Familien übrig bleiben. Der Rest geht an die Dogman Tierhilfe.

Vom 4. bis zum 9. Dezember ist Thomas Richter dieses Jahr ausgebucht, und zwar ohne große Werbung. Ab dem 1. November hat er die Buchungen entgegen genommen. „Um 0.01 Uhr ging die erste Mail ein“, erzählt er. An den 360 übrigen Tagen des Jahres geht der Nikolaus einem ganz normalen Beruf nach. Er ist selbständiger Finanzierungsberater und engagiert sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Organisation des Stadtfestes, in der KG Rittergilde und bei der FDP.