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Leverkusen: Teufelsgeiger Mani fürchtet die Hitze

Leverkusen : Teufelsgeiger Mani fürchtet die Hitze

Mani Neumann – viertes Grammo-Musikfestival am kommenden Samstag und Sonntag. Mal ehrlich, hätten Sie Ihr Festival lieber am vergangenen Super-Sommerwochenende gestartet?

Mani Neumann — viertes Grammo-Musikfestival am kommenden Samstag und Sonntag. Mal ehrlich, hätten Sie Ihr Festival lieber am vergangenen Super-Sommerwochenende gestartet?

Neumann Bei 38 Grad? Um Gottes Willen, da kannst du doch nicht mehr spielen. Das ist zu heiß für Instrumente, Technik — und für Musiker und Fans erst recht. So wie es jetzt (hoffentlich) kommt, mit kühleren Temperaturen, ist es genau richtig.

Sie starten zum zweiten Mal im alten Stadtpark. Hat sich die Entscheidung, ins Freie umzuziehen, für Sie und Mitveranstalter Fritz Rüber gelohnt?

Neumann Stimmungsmäßig und von der Besucherzahl her auf jeden Fall. Bei den ersten zwei Festivals in der Toscana-Halle, wo wir Eintritt genommen haben, gab es doch ein paar Unzulänglichkeiten. Da stößt du hallenbedingt einfach an Grenzen. Im Stadtpark nehmen wir keinen Eintritt, finanzieren das Ganze nur über Sponsoren und Getränke-Umsatz. Da sind wir plus-minus Null rausgekommen. Das ist o.k. Dafür war die Stimmung aber sensationell. Die Leute haben die Bühne belagert — so soll's sein.

Sie haben wieder spannende Acts auf die Beine gestellt. Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Neumann Ganz ehrlich? Ich freue mich total, dass Take Off mitmacht, die Band von meinem alten Musikerfreund Ernst Müller. Wir kennen uns wirklich schon viele Jahre und sind beides Menschen, die ohne Musikmachen nicht leben können. Darüber hinaus ist die "GoMusic"-Show von Bassist Martin Engelen mit Sicherheit wieder ein absolutes Highlight. Was der im vergangenen Jahr abgezogen hat, war einfach genial. Robert Carl Blank ist auch schon seit dem ersten Festival dabei, die Coco Roadshow — ich könnte vieles nennen. Die Hauptsache für mich ist: Es muss gut und authentisch sein, keine Leute, die seelenlose Eins-Zu-Eins-Coverversionen herunterleiern.

Sie stehen selber Samstag ab 19 Uhr auf der Bühne. Farfarello ist jetzt seit mehr als 30 Jahren unterwegs. Worauf sind Sie am meisten stolz?

Neumann Dass wir es geschafft haben, unseren eigenen Weg zu finden und ihn auch in schwierigen Zeiten ímmer konsequent zu gehen. Wir sind ja damals durch Auftritte in diversen großen TV-Shows über Nacht riesig bekannt geworden. Da hatten wir noch nicht mal ein Album eingespielt. Wir hatten kein Produkt, also keine richtige Hit Single. Trotzdem waren wir obenauf, eben durch die Art wie wir live Musik gemacht haben. Der Wahnsinnige an der Geige und dazu wahnsinnig gute Akustik-Musiker, das war eine Zeit lang total modern. Dann kamen viele Buchungen durch große Firmen. IBM etwa hat uns weltweit an ihren Standorten auftreten lassen. Doch irgendwann haben wir gemerkt — das sind doch alles keine Fans, keine Leute, die Tickets kaufen, um in unsere Konzerte zu kommen. Damals haben wir angefangen, uns intensiv um unsere echten Fans zu kümmern. Mit Aktionen, Mailings, Einladungen etc. Heute umfasst unsere Fandatenbank 10 000 Namen. Und das sind keine Karteileichen, die reisen uns teilweise weit hinterher.

Was empfinden Sie dabei?

Neumann Einfach nur Dankbarkeit. Ohne diese Leute wären wir nichts.

Apropos "wir": Farfarello-Gitarrist Ulli Brand und Sie sind länger zusammen, als manches Ehepaar . . .

Neumann (lacht) . . . komisch, unsere Frauen sagen auch immer, Ulli und ich seien ein absolutes Ehepaar. Aber wenn du über eine so lange Zeit so intensiv zusammen Musik machst, musst du dich schon besonders gut verstehen.

Peter Korn führte das Interview

(RP)