Leichlingen: TC-Mitglieder und Gäste eröffnen Saison auf rotem Ascheplatz

Leichlingen : TC-Mitglieder und Gäste eröffnen Saison auf rotem Ascheplatz

Mit viel Schwung holt Theo mit dem Schläger aus. Er trifft den an einigen Stellen abgewetzten Tennisball fast perfekt. Gemeinsam mit seinen beiden Freunden Tobi und Max testete er am Wochenende die beliebte Sportart. Die Schläger hatten sich die drei Jungen beim TC Leichlingen geliehen - der nämlich feierte jetzt Saisoneröffnung.

Insgesamt rund 260 Mitglieder sind bei den Blau-Weißen organisiert. Ihr Platz liegt unter freiem Himmel, nahe beim Schloss Eicherhof, direkt hinter dem Schulzentrum Am Hammer. Mit feiner Asche sind die Plätze, die von Bäumen gesäumt sind, belegt.

Früher noch galt Tennis als Sport der Besser-Situierten. Das hat sich jedoch geändert, betont Vorsitzender Stefan Schmitz-Beuting. Tennislehrer Marc Raffel ergänzt: "Tennis ist wohl kein preiswerter Sport. Dennoch strahlt er bis in die Mitte der Gesellschaft." So habe es zwar vor wenigen Jahren eine kleine Delle bei den Mitgliederzahlen gegeben, das sei mittlerweile aber vorbei.

Dazu hätten sicher auch Erfolge der deutschen Tennisstars beigetragen - Angelique Kerber gewann vor zwei Jahren die Australian Open, bei den Männern ist Alexander Zverev in der Weltspitze angekommen. Doch die steigenden Mitgliederzahlen seien unabhängig davon. "Die Community ist wirklich stark, aber zurückhaltend - und etwas unterrepräsentiert", erklärt Schmitz-Beuting. In Neuss etwa gebe es ganze 25 Vereine, Köln habe 50 bis 70. Viele mussten Aufnahmestopps verhängen.

Mittlerweile achteten die Menschen wieder sehr auf die Qualität der Trainer, des Platzes und des Standorts. Und was kostet dieses Hobby nun? Für einen Schläger muss man 100 bis 200 Euro ausgeben, es gebe allerdings auch deutlich teurere Modelle. In Leichlingen kostet eine Stunde Training in einer Gruppe von vier Personen der circa gleichen Altersstufe 35 bis 45 Euro.

Bis man das Spiel mit all seinen Facetten beherrscht, dauert es jedoch viele Jahre. Wer also richtig gut werden will, benötige vor allem eines, erklärt Schmitz-Beuting: "Ausdauer in allen Bereichen." Dann aber absolviere er einen Sport, der den ganzen Körper traininert und bei dem das Geschlecht im sportlichen Wettkampf keine große Rolle spiele. Und obwohl der Sport teilweise sehr hart sein könne, übten Aktive ihn bis ins hohe Alter aus.

Gerhard Menton belegt diese These. Der 81-Jährige steht immer noch gut zweimal in der Woche auf dem roten Ascheplatz. "Es hilft mir dabei, mich jung zu fühlen", erzählt der Rentner, der neben dem Tennis musiziert und segelt. Wenn er zwischen den weißen Linien stehe, sagt er, merke er keine Schmerzen.

(RP)
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