1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Streusalz da, Dienstplan steht: Der Winter kann in Leichlingen kommen

Alles vorbereitet : Streusalz da, Dienstplan steht: Der Winter kann in Leichlingen kommen

Auch wenn es aktuell nicht danach aussieht: Falls es doch mal so richtig kalt werden sollte im Rheinisch-Bergischen Kreis, ist die Blütenstadt gut vorbereitet. Streusalz ist vorhanden, der Dienstplan steht.

Auch wenn bislang nur die wenigen Weihnachtsmänner in den Fensterscheiben, der ein oder andere Nikolausstiefel vor einer Haustür und die Regale voller Printen, Spekulatius und Lebkuchen im Supermarkt an die nahende Weihnachtszeit erinnern, weil sich das Wetter im Großen und Ganzen bislang eher nach Frühjahr anfühlt: Die nächste Kältewelle kommt bestimmt.

Und die Stadt Leichlingen scheint in diesem Jahr des Unvorhergesehenen gut dafür gerüstet: „Für den Winterdiensteinsatz auf den Straßen, Wegen und Plätzen sind pro Tag in der Bereitschaft neun Mitarbeiter des Bauhofs bis Ende März eingeteilt“, lässt das Büro Bürgermeister wissen. Mit zwei Traktoren und drei Lastkraftwagen werde maschinell gestreut; zwei weitere Teams mit je zwei Mitarbeitern unterstützten die Räumung etwa an den Überwegen und Treppen der Stadt.

Für einen eingeschränkten Winterdienst sorgen die Mitarbeiter des Bauhofs auch auf den beiden öffentlichen Friedhöfen am Kellerhansberg und in Witzhelden. Auch wenn die Winter in den vergangenen Jahren eher mild ausfielen: Sollte der Bereitschaftsdienst wider Erwarten bis in die Mittagszeit eines jeden Tages die Verkehrssicherheit nicht allein bewältigen können, so würden die Mitarbeiter des „normalen“ Regeldienstes ebenfalls zum Schneeräumen aktiviert. Für rund 150 Kilometer Straßenlänge und mehr als 50 Bushaltestellen seien derzeit 130 Tonnen Streusalz in den beiden Salzsilos auf dem Bauhofgelände am Stockberg, an der Feuerwache Witzhelden und in der Salzhalle gelagert. Diese Menge reiche für rund eine Woche, „wobei dies natürlich auch davon abhängt, wie viel Schnee fällt“, sagt Andreas Pöppel, Amtsleiter des Bauhofs in der Blütenstadt.

Sollten die Flocken plötzlich zu Boden fallen, als gebe es kein Morgen, sei Nachschub aus Deutschland oder aus den europäischen Nachbarländern wie den Niederladen aber in zwei Tagen per Sattelschlepper da. Zumal es nur bedingt Sinn mache, auf Vorrat zu kaufen: Die Silos müssten erst leer sein, bevor Lkw sie per Hochdruckschlauch neu befüllen könnten, erklärt Andreas Pöppel.

Bleibt die Frage, wieso die Stadt nicht beispielsweise auf Sand oder ein Granulat-Gemisch setzt, um die Straßen schnee- und eisfrei zu halten? Schließlich gelten diese Methoden der Umwelt doch als viel zuträglicher? „Bei dieser Herangehensweise gibt es ein großes Problem: Granulat und auch Sand landen am Ende in der Kanalisation und sorgen dort für Verstopfungen“, sagt Pöppel. Denn die Sedimente würden sich in eben dieser absetzen, was im Endeffekt sehr teuer zu beseitigen sei. „So würden wir nicht nur für die vermeintlichen Alternativen zahlen, sondern auch für deren Beseitigung“, ergänzt er. Das sehe das Abfallentsorgungsrecht vor. Der finanzielle Aufwand wäre schlussendlich zu hoch.

Zumal es inzwischen auch eine bestimmte Salzart gebe, durch deren Eigenschaften nicht mehr ganz so viel Streugut benutzt werden müsse. „Das sogenannte Feuchtsalz, das zum Beispiel auch auf Autobahnen zum Einsatz kommt, haftet besser auf dem Straßenbelag“, erläutert Andreas Pöppel. Es lässt sich also weniger einfach von Autos aufwirbeln, was bedeutet, dass es weniger oft gestreut werden muss. Ein Gewinn für die Umwelt. „Darüber hinaus stellen wir fest, dass sich die Salzmengen seit Jahren verringern. Wir streuen auch nur noch, wenn sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt bewegen, das heißt, wenn es wirklich notwendig ist“, ergänzt der Bauhof-Leiter. Pöppel erinnert sich, dass sich die Menge an gestreutem Salz im Rekordwinter von 2010 auf 800 Tonnen belief; in der kalten Jahreszeit Ende 2019 und Anfang dieses Jahres waren es gerade mal 35 Tonnen.

Und auch wenn sich nicht allzu viele positive Veränderungen in Bezug auf den Klimawandel feststellen lassen, so nützen die zunehmend steigenden  Temperaturen zumindest dem Aufforsten: „Durch die Klimaveränderung erhoffen wir uns einen weiteren milden Winter mit wesentlich weniger Einsätzen als vor vier Jahren“, ergänzt Pöppel. „Somit können diese Arbeitsstunden für mehr Baumpflanzungen durch den Bauhof  genutzt werden.“ Denn Bäume helfen dabei, CO2 zu binden; eine Buche speichert beispielsweise 12,5 Kilo Treibhausgase im Jahr.

Damit irgendwann wirklich doch noch mal Schnee fällt – und nicht nur die Printen im Supermarkt an Weihnachten erinnern. Ab Mitte der Woche mit vorausgesagten 14 Grad soll es zum Wochenende hin dann nur neun Grad warm beziehungsweise kalt sein.