Leichlingen: Streit um Tempo für Edeka-Ansiedlung

Leichlingen: Streit um Tempo für Edeka-Ansiedlung

Die Leichlinger FDP drückt bei der geplanten Ansiedlung eines Edeka-Supermarkts an der Trompete aufs Tempo. Aber geht sie dabei von den richtigen Voraussetzungen aus? Darüber teilen sich die Meinungen.

In einem Schreiben an Bürgermeister Ernst Müller fordern FDP-Stadtverbandsvorsitzender Lothar Esser und Fraktionschef Wolf Melchior, die Stadtverwaltung solle den politischen Gremien noch im September den Aufstellungsbeschluss für die Einzelhandelsansiedlung an die Hand geben, damit schnell entschieden werden könne.

"Ich habe Informationen, dass dem zuständigen Fachbereich der Stadt das noch ausstehende Gutachten zur Verträglichkeit für den Leichlinger Einzelhandel jetzt vorliegt", sagte Esser gestern. Die Untersuchung der GMA-Gutachter müsse "allen Fraktionen unverzüglich als Kopie zur Verfügung gestellt werden". Es dürfe jetzt keine Verzögerungen geben.

Bürgermeister Ernst Müller (SPD) konnte da nur Staunen. "Ich weiß nicht, wo Herr Esser diese Information her haben will — bei uns liegt jedenfalls noch kein GMA-Gutachten", versicherte der Stadtchef auf Anfrage. Sobald dies der Fall und die Unterlagen geprüft seien, werde die Politik selbstverständlich unverzüglich informiert: "Aber ob das bis zur Sitzung des Fachausschusses BUS am 19. September schon geschehen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar."

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Das richte sich danach, wann das Gutachten eintreffe. Auch in einem anderen Punkt erntete der FDP-Chef gestern Kopfschütteln bei der Rathaus-Spitze. Esser hatte in der aktuellen Diskussion um eine Markthalle im Brückerfeld erklärt, Stadtentwicklung werde von Verwaltung und SPD "wenig konzeptionell betrieben". Die Genossen, die jetzt gegen eine Markthalle im Brückerfeld seien, hätten sie noch vor wenigen Jahren per Beschluss dort haben wollen.

"Herr Esser sollte sich erst mal in die Thematik einarbeiten, bevor er Behauptungen aufstellt", kritisierte Müller. Der Beschluss über das Stadtentwicklungskonzept des Architekten Fritschi habe seinerzeit eine Markthalle neben der Postwiese vorgesehen, nicht im vorderen (Wochenmarkt)-Bereich. Esser konterte: "Auch neben der Postwiese ist Wochenmarkt."

(RP)
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