Streit um Brücke über den Weltersbach in Leichlingen

Bürgermonitor : Streit um Brücke über den Weltersbach

Beim Unwetter im vergangenen Juni wurde die Brücke zerstört. Wanderer und Jogger fordern einen Neubau, die Klinik Roderbirken winkt ab.

Das Unwetter im vergangenen Juni hat viele Schäden hinterlassen. Viele wurden inzwischen behoben, andere nicht. Ein solcher Schaden war eine Brücke über den Weltersbach, etwa einen Kilometer von der Hasensprungmühle in Richtung Altenzentrum am Weltersbach entfernt. Die Holzbrücke wurde von den Fluten weggerissen. Im Nachgang war klar, eine Reparatur war unmöglich und so wurden die Überreste weggebracht.

Wanderer und Jogger fragen sich seitdem, ob und wann eine neue Brücke errichtet wird. Einer von ihnen ist Peter Gatermann. „Der vorhandene Übergang über den Bach ist sicherheitsgefährdend, nur ein paar Steinen bieten Möglichkeit hinüber zu kommen. Der Wanderweg ist an mehreren Stellen unterspült. Gatermann fordert, dass schnellstmöglich eine neue Brücke errichtet wird. „Der Lauftreff an der Hasensprungmühle ist in die Sommersaison gestartet, das bedeutet, dass zweimal pro Woche etwa 20 Jogger diesen Weg benutzen.“

Bei dem Unwetter im Juni 2018 wurde die Brücke zerstört. Foto: Uwe Miserius

Verantwortlich für die Querung ist die Klinik Roderbirken, auf deren Gelände sich dieser Teil des Wanderwegs befindet. Dort hat sich Gatermann auch gemeldet, aber keine für ihn befriedigende Antwort erhalten. „Dort hat man mir nur gesagt, ich solle schön aufpassen.“

In der Klinik Roderbirken sieht man die Sache wesentlich gelassener. „Die Brücke, die bei dem Unwetter zerstört wurde, war alt und hätte den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt“, sagt Verwaltungsdirektor Hansjörg Hüllbüsch. Da der Weg sich in einem Naturschutzgebiet befindet, würden dort auch ganz andere Anforderungen und Auflagen der Naturschutzbehörden gelten als bei Bauwerken in der außerhalb von Schutzgebieten. „Ein Eins-zu-Eins-Ersatz ist deshalb wohl nicht möglich“, sagt Hüllbüsch.

Eine neue Brücke müsste also zum einen anders aussehen, um den Anforderungen zu entsprechen, und würde dann auch mehr kosten. Kosten, für die die Klinik nicht aufkommen möchte. Denn: „Eine Querung ist ja möglich, wir haben an der Stelle der ehemaligen Brücke Steine legen lassen, über die man gehen kann.“ Wanderer mit entsprechendem Schuhwerk könnten dort problemlos queren, sagt Hüllbüsch. Eine Lösung, die in anderen Naturschutzgebieten wie der Eifel völlig normal sei.

Dass Jogger an dieser Stelle Probleme haben, ist Hüllbüsch klar. Das liege an der Geschwindigkeit. Dennoch sieht er die Klinik nicht in der Pflicht. „Wir sind eine Reha-Klinik, die von der Rentenversicherung finanziert wird. Unsere Aufgabe ist es, uns um unsere Patienten zu kümmern und nicht, Brücken für Jogger zu bauen.“ Natürlich sei die Querungsmöglichkeit nicht so optimal wie vorher, aber eben auch nicht so schlimm wie behauptet.

Zudem seien auch die finanziellen Mittel der Klinik begrenzt. „Wir müssen Priorität setzen. Und wenn in unserer Klinik für 100.000 Euro der Aufzug erneuert werden muss, dann ist das eine Muss-Leistung. Eine Brücke über einen Wanderweg ist eine Kann-Leistung“, sagt Hüllbüsch.

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