Leverkusen: Streit um Arbeitslärm

Leverkusen : Streit um Arbeitslärm

Weil ihnen die Arbeitsgeräusche zweier Firmen an der Hauptstraße in Witzhelden zu laut sind, haben Anwohner bei der Stadt beantragt, die Schreiner- und Metallarbeiten sollten nur noch bei geschlossenen Fenstern stattfinden.

Witzhelden Ihr Grundstück und die Wohngebäude befinden sich ungefähr 25 Meter von den Firmen Ligada Metallbau und Schreinerei Paas an der Hauptstraße in Witzhelden entfernt. Weil ihnen die Arbeitsgeräusche dort aber zu laut sind, haben sich Anwohner dieses Bereiches jetzt bei der Stadt beschwert und Auflagen gefordert, die es denn Firmen nur noch erlauben sollen, bei geschlossenen Türen und Fenstern sowie ausschließlich innerhalb der Werkstätten zu arbeiten.

Metallbau- beziehungsweise Schreinerarbeiten würden bei schönem "Gartenwetter" grundsätzlich bei geöffneten Werkstatttüren erledigt, heißt es in einem Schreiben der Anwohner, das in der nächsten Bezirksausschuss-Sitzung am Montag behandelt werden soll. Und weiter. "Die dadurch stattfindenden Umweltbelastungen, sprich Lärmbelästigungen, lassen ein Verweilen im Garten beziehungsweise auf der Terrasse zur Qual werden."

"Nur noch Schikane"

Wegen der Firmen könnten im Wendebereich des Gottlieb-Claasen-Weges auch weder Anwohner und deren Lieferanten noch Fahrzeuge der Müllabfuhr oder des Winterdienstes hinderungsfrei fahren. Daher solle der Platz vor den Werkstätten zu einem Wendehammer umgewidmet werden — "mit den entsprechenden straßenverkehrlichen Konsequenzen".

Jürgen Paas kann angesichts dieser Vorwürfe nur noch den Kopf schütteln: "Das geht jetzt schon seit Jahren so, es wird immer wieder ein Grund gesucht, uns anzuschwärzen oder unsere Arbeit zu behindern", sagt der Unternehmer: "Ich kann das inzwischen nur noch als Schikane bezeichnen."

Gabi Krumme pflichtet ihm bei: Ihr Vater führte seit 1954 auf dem heutigen Schreinereigelände eine Besteckfabrik. "Damals war hier wirklich viel Krach", sagt sie. Arbeitsgeräusche heute seien dagegen minimal — und natürlich durchweg durch behördliche Genehmigungen gedeckt. "Wir tun wirklich alles, um hier gut mit allen auszukommen", sagt Gabi Krumme. Auffällig sei aber, dass die Beschwerden nicht früher, sondern erst seit dem Start der neu angesiedelten Betriebe 2007 geäußert würden. "Was sollen wir tun? Das Gelände ist eindeutig zur gewerblichen Nutzung vorgesehen — und wir halten uns an alle Vorschriften."

Auch bei der Stadt Leichlingen ist man offenbar dieser Auffassung. "Auf dem Grundstück sind sowohl die Holzbearbeitung als auch die Metallverarbeitung genehmigt", heißt es in einer Stellungnahme. Die Betriebszeiten (mit entsprechenden Geräuschen) seien werktags von 7 bis 19 Uhr zulässig, und auch der Samstag sei ein Werktag.

Außerdem habe es schon im Bebauungsplanverfahren ein Lärmschutzgutachten gegeben. Das hat, argumentiert die Stadt weiter, sowohl die Andienung der Betriebe über den Gottlieb-Claasen-Weg und Verladetätigkeiten im öffentlichen Straßenraum als auch die Arbeiten bei geöffneten Türen und Fenstern untersucht. Ergebnis: Sie sind verträglich, zumal es sich nicht um ein reines Wohngebiet handelt.

Über den Antrag der Anwohner soll der BUS-Ausschuss (Bauwesen, Umweltschutz, Stadtentwicklung) am Montag, 10. September, letztlich entscheiden.

Ob dies dann das letzte Kapitel ist, bleibt abzuwarten: Die erneute Lärmbeschwerde der Anwohner hat die Stadt nämlich auch weitergeleitet — an das Umweltamt des Rheinisch-Bergischen Kreises: "Zur weiteren Bearbeitung."

(RP)