Leichlingen: Straßen sind gesperrt, Schule bleibt geschlossen

Leichlingen: Straßen sind gesperrt, Schule bleibt geschlossen

Mehr als 48 Stunden nach dem Unwetter über Leichlingen haben die Bewohner der Stadt immer noch alle Hände voll zu tun, um die unmittelbaren Folgen des Dauerregens und Sturms in der Nacht von Samstag auf Sonntag in den Griff zu bekommen.

Regenmenge In nur 50 Minuten hat es 65 Liter Wasser auf einen Quadratmeter geregnet. "Sonst haben wir durchschnittlich 85 Liter pro Quadratmeter im ganzen Monat", verdeutlichte Abwasserbetriebschef Lars Helmerichs die Dimensionen des Unwetters. Das hatte Folgen. Die Kita Büscherhof wurde geflutet, die Elektroanlage ist beschädigt, derzeit laufen nur die beiden Gruppen im Container und in der ehemaligen Hausmeisterwohnung. "Die Eltern wurden schon am Sonntag informiert und haben viel Verständnis gezeigt. Wir müssen aber schnell eine Lösung finden", sagte Bürgermeister Frank Steffes gestern. Auch die Kitas Regenbogenland, Flohkiste und Arche Noah sind betroffen, viele Eltern engagieren sich vor Ort, um den Betrieb zu sichern.

Schule dicht Die Paul-Klee-Schule allerdings ist bis auf weiteres nicht nutzbar. "Die Fläche der Schule ist riesig", sagte Feuerwehrchef Björn Heitmann. 80 Zentimeter hoch habe das Wasser gestanden, bis Sonntagabend habe man nicht alles abpumpen können. Hier hat die Gemeinschaftsgrundschule Büscherhöfen Räume angeboten, um Unterricht zu ermöglichen.

Sperrungen Gesperrt sind weiterhin zwei Straßen: die K6 zwischen Holzerhof und Metzholz wegen Straßenschäden sowie die K1 zwischen Meffert und Unterberg wegen Gerölls und nicht mehr standfester Bäume. "Wir werden zwei bis drei Tage brauchen, um die Straßen in der Innenstadt vom Matsch zu befreien, aber für die Wirtschaftswege mindestens ein halbes Jahr", kündigte Tiefbauamtsleiter Jürgen Scholze an.

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Der Bauhof hat bereits damit begonnen, den Matsch und das Geröll in die Balker Aue abzutransportieren. Auch auf den Friedhöfen Kellerhansberg und Witzhelden sind die Mitarbeiter im Einsatz, schon heute sollen die Hauptwege von umgestürzten Bäumen und Lehm befreit sein.

Reaktionen "Wir werden uns künftig besser überlegen müssen, wo wir neue Baugebiete zulassen", kündigte Bürgermeister Frank Steffes als erste Reaktion an. Leichlingen liege an Hängen und sei von Siefen durchzogen, man müsse mit dem Thema sensibler umgehen, auch wenn der Druck von Bauwilligen hoch sei. Als weitere Konsequenz werden aktuell in den Maisfeldern oberhalb des Pilgerheims Weltersbach drei große Löcher mit 500 Kubikmetern Fassungsvermögen als Notmaßnahme gegraben. "Es ist Gefahr in Verzug, wir wollen damit den Ablauf bremsen", sagte Steffes mit Blick darauf, dass die Wetterlage anhalte. Auch müsse geprüft werden, ob die großflächige Bepflanzung mit Mais sinnvoll und richtig sei. "Diese Wassermassen hätte kein Boden und keine Pflanze gehalten", sagte gestern Bernd Sesterhenn, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Leichlingen/Witzhelden. Die Bauern hätten in diesem Frühjahr wegen des langen Winters erst spät die Felder bearbeiten können. Die Pflanzen seien deshalb aktuell noch zu klein, der Boden zu locker, um dem Wasser standzuhalten. Sprechen will die Stadtverwaltung auch mit den Baumärkten: Sie sollen Sandsäcke vorhalten, damit die Leichlinger Vorsorge für künftige Unwetterereignisse treffen können.

Sperrmüll Der Wertstoffhof an der Walter-Frese-Straße hat in dieser Woche länger auf: Dienstag bis Freitag, 15 bis 20 Uhr, Samstag, 8 bis 15 Uhr. Sperrmüll wird nach Anmeldung unter 0800 805 806 0 kurzfristig geholt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Woche beginnt in Leichlingen mit Matsch und Müll

(RP)