Kommunalwahl 2014: Stichwahl zwischen Steffes und Hüttebräucker

Kommunalwahl 2014 : Stichwahl zwischen Steffes und Hüttebräucker

Der Kampf ums Leichlinger Bürgermeisteramt wird zwischen Frank Steffes (SPD) und Rainer Hüttebräucker (CDU) entschieden. Die beiden bestreiten die Stichwahl. Für die SPD, die bei den Stadtratswahlen Verluste hinnehmen musste, war es ein durchwachsener Wahlabend

Die Leichlinger werden am 15. Juni noch einmal an die Wahlurnen gerufen: Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl holte SPD-Kandidat Frank Steffes 38,8 Prozent der Stimmen, gefolgt von CDU-Bewerber Rainer Hüttebräucker mit 29,8 Prozent. Platz drei belegte der unabhängige Kandidat Olivier Kreßner mit 9,9 Prozent Stimmenanteil, Michael Strieker (8,5 Prozent), der Grüne Jürgen Langenbucher (8,2), der Linke Grischa Bischoff (3,2) und Udo Mau (1,6) folgten auf Rang vier bis sieben.

Weil damit kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit auf sich vereinen konnte, gehen Steffes und Hüttebräucker in drei Wochen in die Stichwahl um den Verwaltungs-chefposten. "Dieses Ergebnis hatte ich erwartet, weil kein Kandidat mit dem Bonus des Amtsinhabers antreten konnte", sagte Frank Steffes am Wahlabend. In den nächsten Tagen und Wochen will er nun gemeinsam mit seinen SPD-Mitstreitern auf die anderen Parteien zugehen und ausloten, welche Chancen er auf deren Unterstützung im zweiten Anlauf hat. Klassische Wählerverbindungen sieht er dabei allerdings nicht. "Wir werden uns ab jetzt stärker auf meine Person fokussieren und vor allem Häuserwahlkampf betreiben", kündigte er an.

Auch Rainer Hüttebräucker zeigte sich nicht überrascht über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl, wohl aber enttäuscht, dass er seinen eigenen Wahlkreis 3 nach dem Sieg vor fünf Jahren bei der Ratswahl diesmal an den SPD-Kandidaten Werner Rohde verloren hat. Den Vorsprung Steffes' erkannte Hüttebräucker gestern durchaus an und führte ihn auf den längeren Wahlkampf der Sozialdemokraten zurück. "Wir werden in der nächsten Woche im Team festlegen, auf welche Themen wir uns bis zur Stichwahl fokussieren wollen", sagte er zum weiteren Vorgehen seiner Partei.

Mit dem Ergebnis der Christdemokraten bei der Ratswahl war deren Vorsitzender gestern indes nicht ganz zufrieden, obwohl sie um 0,9 Prozent zulegen konnten: "Unser selbstgestecktes Ziel von 40 Prozent plus haben wir mit 32,33 Prozent der Stimmen leider nicht erreicht", sagte Rainer Hüttebräucker. Neben der Wahlkampfstrategie für die Bürgermeisterstichwahl will er sich deshalb in der Partei auf die Suche nach den Gründen für die fehlenden Prozente begeben.

Uneingeschränkt zufriedene Gesichter gab es allerdings auch bei den Sozialdemokraten angesichts ihres Abschneidens bei der Kommunalwahl nicht. Die Partei büßte 1,82 Prozent der Stimmen gegenüber der Wahl vor fünf Jahren ein und kam auf 36,01 Prozent. "Möglicherweise ist uns die Mobilisierung unserer Wähler nicht in ausreichendem Maße gelungen", analysierte Frank Steffes.

Den größten Verlust musste die Partei im Wahllokal Pilgerheim Weltersbach hinnehmen. Den hatte Hans Gonska bei früheren Wahlen mit über 60 Prozent der Stimmen direkt gewonnen.

Sein Nachfolger Jerome Schaumann sackte um fast 30 auf 34,79 Prozent auf und erzielte damit exakt genauso viele Stimmen wie CDU-Bewerber Jens Weber. "In dem Wahlbezirk wird noch einmal nachgezählt. Wenn es bei dem Patt bleibt, wird am Dienstag das Losentscheiden", erklärte Wahlleiter Ernst Müller.

Zufrieden waren gestern Abend die Grünen, die nun drei statt bislang zwei Sitze im Leichlinger Stadtrat haben werden. Angesichts dieses Ergebnisses war ihr Bürgermeisterkandidat Jürgen Langenbucher auch nur"ein bisschen enttäuscht" über sein Abschneiden. Die FW-UWG wird zukünftig ebenso zwei Stadträte stellen wie die BWL. Die Freien Demokraten büßten bei der Kommunalwahl einen Sitz ein und entsenden nun ebenso ein Mitglied in den Rat wie die Linken.

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(RP)
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