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Leichlingen: Steffes: "Flüchtlingshaus ist alt und verranzt"

Leichlingen : Steffes: "Flüchtlingshaus ist alt und verranzt"

144 Flüchtlinge muss die Stadt unterbringen, täglich werden zusätzliche erwartet. In Bennert muss der Schädlingsbekämpfer helfen.

Der Flüchtlingszustrom hält nicht nur unvermindert an. Nun muss Leichlingen, wie alle anderen Städte in Nordrhein-Westfalen, mit noch mehr Asylbewerbern rechnen, die aus dem Kosovo kommen. NRW-Innenminister Ralf Jäger hat 10.000 Flüchtlinge mehr als erwartet für die nächste Zeit angekündigt, darunter ein Großteil von Kosovaren. Wie viele nach Leichlingen kommen, weiß Sozialfachbereichsleiter Ingolf Bergerhoff nicht, aber er sagt: "Wir müssen zeitnah einen Termin für eine Sondersitzung des Sozialausschusses finden, um ein Betreuungskonzept zu erstellen und die ehrenamtlichen Hilfsangebote zu bündeln." Denn tatsächlich gebe es in Leichlingen eine erfreuliche Vielzahl von Ehrenamtlichen, die sich bereits um die Flüchtlinge kümmerten oder es tun wollten.

Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, zunächst auf zwei Jahre befristet drei zusätzliche Mitarbeiter im Sozialamt einzustellen, die sich als Sozialarbeiter, Hausmeister und Verwaltungskraft um die Flüchtlinge und die Unterkünfte kümmern sollen. Der Zustand insbesondere der Flüchtlingsunterkunft in Bennert-Oberschmitte lässt zu wünschen übrig, wie Bürgermeister Frank Steffes im Stadtrat zugab.

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Er habe sich die Räume angesehen und müsse zugeben: "Das ist eine alte, verranzte Unterkunft. Da müssen und werden wir was tun. Sie ist aber nicht menschenunwürdig." Es gebe Duschen, Heizung, Herde, Kühlschränke und Waschmaschinen, alles, was man zum Leben benötige.

Steffes verhehlte aber auch nicht, dass es Schädlinge wie Kakerlaken dort gebe. Die Stadt habe deshalb einen Schädlingsbekämpfer beauftragt. Der habe aber auch gesagt, dass Leichlingen nicht die einzige Stadt sei, die Probleme mit Schädlingsbefall in den Notunterkünften habe. Das sei überall da, wo viele Menschen auf relativ engem Raum zusammenleben, ein weit verbreitetes Übel. Schimmelbefall soll es außerdem in der Bennerter Flüchtlingsunterkunft geben. Steffes bestätigte: "In einem Raum gibt es an der Außenwand zum Hausflur Schimmel." Dort müssten aber vier Menschen in einem Raum leben und kochen, gibt Steffes zu bedenken. Und der Bürgermeister sagte: "Es stimmt, dass wir sehr unter Druck stehen, aber wir tun, was wir können, um menschenwürdige Quartiere zu bieten."

(RP)