1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Statt Urlaub – 30-Jährige organisiert Spenden

Kleidung, Spielzeug und mehr abzugeben : Statt Urlaub – 30-Jährige organisiert Spenden

Natalie Jütte kümmert sich um Annahme und Verteilung von Kleidung, Nahrung und Spielzeug.

 Könnte? Müsste? Sollte? Natalie Jütte entscheid schnell: einfach machen. Nur Stunden nach dem Hochwasser, das viele Gebiete Leichlingens Mitte Juli verwüstet, beschließt die 30-Jährige, anpacken, „einfach helfen“ zu wollen. „Ich habe einen Aufruf über Facebook gestartet und um Spenden jeder Art gebeten“, erzählt sie. Obwohl Jütte in Odenthal lebt, ahnt sie, welches Ausmaß die Katastrophe in der Blütenstadt annehmen und wie viel Hilfe nötig sein würde, und zwar in bestem Fall von jedem Einzelnen.

Ebenfalls über einen Aufruf in den sozialen Medien gelangt Jütte an eine Wohnung an der Mittelstraße 14, die ihr eine Privatperson noch bis Ende August zur Verfügung stellt. Von hier aus organisiert die junge Frau von Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr, die Annahme und Weitergabe tausender Sachspenden: Neuwertige Kleidung für Kinder und Erwachsene inklusive Schuhe und Spielzeug stapeln sich ebenso wie beispielsweise Schulranzen, ein Maxi-Cosi und Lebensmittel jeder Art. „Und wenn etwas fehlt, organisiere ich es.“ Eine Mutter etwa brauchte dringend Pampers, die Jütte ebenfalls über Facebook auftrieb. „Gerne bringen wir Betroffenen auch Notwendiges vorbei, falls diese keine Zeit finden, bei uns vorbeizuschauen.“ Ein Lieferwagen steht Jütte, die als Inklusionshelferin arbeitet, und ihren Mitstreitern zur Verfügung. Viele ihrer neuen Freunde und Bekannte lernte die Odenthalerin erst in der Blütenstadt kennen – und zwar als sie nach dem Hochwasser in der Neukirchener Straße an die vielen freiwilligen Helfer unter anderem Pizza, Pommes und Würstchen ausgab. Auf ihren Urlaub hat sie dafür gern verzichtet.

(afri)