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Starkregen in Leichlingen: Stadt arbeitet an der Prävention

Übersichtskarte für Bürger im Internet : Starkregen: Stadt arbeitet an der Prävention

Die Liste mit Maßnahmen, die vor den Folgen schützen sollen, ist fast abgearbeitet. Stadtchef Steffes appelliert an private Grundstückseigentümer, bei Eingriffen zuzustimmen. Kreisweit sollen Bürger bei einer interaktiver Klimakarte helfen.

Der 10. Juni 2018 wird als Katastrophentag in die Chronik der Stadt eingehen. Ein heftiges Unwetter mit extremem Regenfall – Starkregen heißt das offiziell – zog über die Blütenstadt. Als die Wassermassen schließlich weg waren, gaben sie vielerorts in der Stadt ein Bild der Verwüstung frei.

Zwei Jahre später meldet nun der Kreis: „Die Jahre 2018 und 2019 sind als extreme Hitzejahre in Erinnerung geblieben. Zudem haben Starkregenereignisse im Rheinisch-Bergischen Kreis bereits mehrfach zu Überflutungen geführt. Mit der Erarbeitung eines neuen Klimaanpassungskonzepts und der Ergreifung präventiver Maßnahmen will der Rheinisch-Bergische Kreis die Region für die Auswirkungen solcher klimawandelbedingten Wetterereignisse wappnen.“

Der Kreis ruft Bürger dazu auf, Informationen und Erfahrungen zu Hitze, Trockenheit und Starkniederschlägen in der Region zu melden. Antworten auf Fragen wie „Wo ist es nachts im Sommer besonders heiß? Wo flutete der letzte Starkregen den Keller?“ sollen auf einer interaktiven Klimakarte des Kreises bis zum 25. Oktober online eingetragen werden.

Eine Starkregenkarte ganz lokal gibt es in Leichlingen schon seit 2018. „Wir hatten sie kurz vorher eingerichtet, der Starkregen im Juni war dann prompt der Lackmus-Test“, sagt Bürgermeister Frank Steffes. Sie basiert auf einer computertechnischen Modellsimulation. Das Modell wurde „mit einem Starkregenereignis von einer Stunde Dauer und einer Wiederkehrzeit von 100 Jahren ,beregnet’. Dabei wurde der Anteil des Regens, der versickert und von der Kanalisation aufgenommen werden kann, pauschal abgezogen“, heißt es  in den Erläuterungen zur Karte, die auf der Seite des Städtischen Abwasserbetriebs einsehbar ist. „Jeder Leichlinger kann anhand der Karte sehen, ob sein Wohngebiet bei solch einem Unwetter besonders betroffen ist“, betont Steffes.

Karten aber allein reichen nicht aus. „Wir haben zeitnah nach dem Unwetter eine ,Starkregen-Gruppe’ gegründet“, berichtet der Stadtchef. Mit ihrer Hilfe sollen Veränderungen „herbeigeführt werden“, die die Stadt bei Starkregen besser schützt.

Gut eine Din A4-Seite lang ist die Maßnahmenliste, die die Stadtverwaltung erstellt hat. Unter anderem geht es darum, Fließgewässer in bestimmten Bereichen umzuleiten.

Für viele Maßnahmen braucht die Stadt aber die Zustimmung von privaten Grundstückseigentümern, über deren Gelände beispielsweise ein Bach verläuft, der umgeleitet werden soll. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute für ihre Grundstücke den Präventionsmaßnahmen zustimmen“, betont der Bürgermeister.

Der zuständige Infrastruktur-, Verkehrs- und Betriebsausschuss (IVB) sei regelmäßig über die Umsetzung der Maßnahmen informiert worden, entkräftet Steffes den Vorwurf, der jetzt von der CDU kam: Die Union hatte nach dem Stand der Umsetzung der präventiven Maßnahmen gefragt und der Stadt vorgehalten, es sei offenbar bisher noch nicht viel passiert, obschon im Stadtetat Mittel für den Zeitraum 2019 bis 2021 eingestellt worden seien.  Stadtchef Frank Steffes merkt an: „Bis auf zwei Maßnahmen ist alles von unserer Liste umgesetzt.“