Leichlingen: Stadtpark-Zwist ist vom Tisch

Leichlingen: Stadtpark-Zwist ist vom Tisch

Seit Montag ist bekannt, dass die Erben des ehemaligen Stadtparkbesitzers auf ihre Rechtsansprüche verzichten, am Mittwochabend wurden Zweifel daran laut. Erst gestern zog ein Enkel von Günther Cremer einen Schlussstrich.

Eigentlich schien mit dem einseitigen Schreiben von Emmy Cremer, das vor einer Woche aufgesetzt wurde und die Stadt am Montag erreichte, alles gesagt. Darin verzichtete die Ehefrau des inzwischen verstorbenen ehemaligen Stadtparkbesitzers Günther Cremer auf etwaige Rechtansprüche, die ihr bei einer Bebauung der Parkareals zustehen könnten. Aber erst Donnerstag schlug ihr Enkel Tim Cremer das Kapitel wohl endgültig zu. "Das Thema ist abgeschlossen, auch wenn in der Familie inhaltlich nicht alle einer Meinung waren."

Denn zwischenzeitlich waren Zweifel daran aufgekommen, dass alle Fallstricke zwischen Stadt und den Cremer-Erben aus dem Wege geräumt worden sind. Als Gast beim außerordentlichen Ortsparteitag der Leichlinger FDP merkte Achim Kötting in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins "Rettet den Stadtpark in Leichlingen" an: "Wir wissen nicht, ob es tatsächlich ein Testament gibt, das Emmy Cremer zur Alleinerbin ihres Mannes macht. Nur dann kann sie allein entscheiden, ob sie auf die Rechte aus dem Kaufvertrag von 1962 verzichtet oder nicht."

Im Grundbuch sei eine Erbengemeinschaft aus den Söhnen und Enkelkindern Günther und Emmy Cremers eingetragen. Und die könne, sagte Achim Kötting, nur gemeinschaftlich und einstimmig entscheiden. Ihm sei aber bekannt, dass zumindest Enkel Tim Cremer, der in Leichlingen wohnt, strikt gegen die Bebauung des neuen Stadtparks sei und einem Verzicht, wie ihn jetzt seine Großmutter ausgesprochen hat, niemals zugestimmt hätte. Für die Bürgerinitiative sei dies Grund genug, die vertragliche und erbrechtliche Situation kritisch zu hinterfragen und den Kampf um den neuen Stadtpark noch lange nicht verloren zu geben.

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Tim Cremer sagte gestern indes auf Redaktions-Anfrage, das der mögliche Zwist um den Vertrag vom Tisch ist. Es sei richtig, dass er nicht für die derzeitigen Bebauungspläne ist. Auch sei er nicht in die Entscheidung seiner Familie einbezogen worden. "Das ist schade, da ich seit 38 Jahren Leichlinger bin. Aber das ist nicht schlimm, und es wird bei uns deshalb bestimmt keinen Rosenkrieg oder Denver-Clan-Verhältnisse geben", erläuterte Tim Cremer, der ebenfalls verneinte, dass eine solche Entscheidung von den Erben gemeinschaftlich und einstimmig gefällt werden müsse.

Ohnehin sei die rechtliche Position nicht allzu günstig gewesen für den Fall, dass die Verwaltung eine Feststellungsklage in der Vertragsfrage angestrengt hätte. "Da hätte die Stadt ziemlich sicher gewonnen", sagt Cremer, der weiter zu bedenken gibt, dass der Streitwert in einem solchen Fall — gemessen an der gesamten Investition, die in der Innenstadt getätigt werden soll — von der Verwaltung quasi aus der Portokasse zu bezahlen gewesen wäre. Cremers Fazit: "Die ganze Angelegenheit wurde aufgebauscht."

(RP)