Leichlingen: Stadtpark-Galerie ist überall Gesprächsthema

Leichlingen: Stadtpark-Galerie ist überall Gesprächsthema

Die Vorstellung der Kiefer-Pläne in der RP sorgt für Wirbel. Befürworter und Skeptiker diskutieren auf der Straße und im Chatroom.

Stadtgespräch ist seit Mittwoch "das neue Leichlingen", das Investor Philipp Kiefer und Architekt Bernhard Reiser in der Rheinischen Post vorgestellt haben. Auf den Straßen und in sozialen Medien-Netzwerken ist die geplante Stadtpark-Galerie, verbunden mit einem neuen Rathaus, das Thema Nummer eins. Die einen schimpfen, Leichlingen brauche keine Einkaufsgalerie. Davon gebe es schon genug in den Nachbarstädten. Die Neukirchener Straße sei keine Einkaufszeile wie eine Kö.

Es gibt aber auch Befürworter. Der "gefällt-mir-Daumen" bei Facebook zeigte am Mittwochmorgen auch bei etlichen Leichlingern in die Höhe. "Sieht gut aus, hoffentlich wird das Projekt nicht wieder von politischen Quertreibern zerredet", schrieb einer. Befürchtet wird auch, dass sich Gegner jetzt um einzelne Bäume oder "seltene" Arten in dem geringen Teil des Stadparks, der mit einem Flügel der Galerie überbaut werden soll, Sorgen machen. Ein anderer fragt sich zwar, ob das Kiefer-Projekt nicht eine Nummer zu groß für Leichlingen sei, andererseits werde man dann aber über die Blütenstadt sprechen.

Und die Einschätzungen von Bürgern, was die Realisierung der Pläne anbelangt, reichen von "niemals wird Leichlingen das tun" bis hin zu "echt klasse", so bekomme die Stadt ihr Leben zurück und man könne endlich wieder daheim einkaufen.

Grundriss: unten rechts der neue Kreisverkehr im Verlauf der Neukirchener Straße, die Galerie über die Straße gezogen auf das Gelände des jetzigen Rathauses, das vor dem Kreisverkehr Montanusstraße (Mitte) gebaut werden soll. Foto: NN
  • Leichlingen : Kiefer baut Stadtparkgalerie und neues Rathaus

Bürgermeister Frank Steffes hält sich noch zurück mit einem Kommentar zu den Kiefer/Reiser-Plänen. Er wolle dem Stadtrat, der heute zu dem Thema in einer Sondersitzung tagt, nicht vorgreifen, sagte er auf Anfrage der RP und betonte: "Das ist zunächst nur eine Idee, was Herr Kiefer vorstellt." Jetzt beginne die Beteiligung der Politik und der Bürgerschaft. Einen Termin für eine Bürgerversammlung werde es erst dann geben können, wenn die Kiefer-Pläne hinlänglich von den politischen Gremien bewertet worden seien.

Blick vom Stadtpark, der zu drei Vierteln erhalten bleiben soll, auf die neue Einkaufs-Galerie. Foto: kiefer

Philipp Kiefer hat indes mit dem Wirbel durchaus gerechnet, den die Vorstellung seiner Pläne jetzt verursacht. Auch Architekt Reiser kennt aus jahrzehntelanger Erfahrung mit ganz ähnlichen Projekten bereits hinlänglich die Argumente der Kritiker und ist darauf vorbereitet: "Zuerst werden die Leute sagen, dass sie in Leichlingen eine Galerie nicht brauchen und dass der Entwurf zu klotzig sei", sagte er bereits am Dienstag bei der Präsentation seiner Pläne gegenüber der RP voraus. Den Skeptikern hält Reiser aber entgegen: "Mit der Stadtpark-Galerie wird Kaufkraft nach Leichlingen zurückgeholt und Aufenthaltsqualität geschaffen." 50 Prozent der Leichlinger Kaufkraft fließe in Nachbarstädte ab, verweist der Architekt auf das Einzelhandelsgutachten der Stadt.

Und in der Galerie solle ein Mix von Branchen angeboten werden, die in Leichlingen bislang nur unzureichend oder gar nicht vertreten seien, betont Kiefer. Eine deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität beabsichtigt der Architekt durch die Öffnung zur Wupper. So stellt sich Reiser den neuen Rathausplatz und die Galerie mit Außengastronomie als eine belebte Fläche an der Wupper vor. Durch den Brückenschlag der Galerie auf die Stadtparkseite werde diese Grünfläche auch besser in das neue Stadtbild integriert: "Denn bisher hat Leichlingen keinen richtigen Stadtkern", meint der Architekt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE