Leichlingen: Stadtpark auch 2012 "das" Thema

Leichlingen: Stadtpark auch 2012 "das" Thema

Zwei Tage vor Heiligabend hatte die Debatte um die Innenstadtentwicklung öffentlich noch einmal die Gemüter erregt. Das dürfte 2012 so bleiben. Die Bürgerinitiative geht ins Neue Jahr auch mit einem neuen Inhalts-Ansatz.

Jens Weber befindet sich zurzeit im Ausland. Über sein Mobiltelefon gab der Sprecher der Bürgerinitiative "Rettet den Stadtpark" am Freitag aber dennoch gut eine halbe Stunde lang Auskunft, wie sich die Protestbewegung im Neuen Jahr aufstellen will.

Und dabei kündigte er durchaus Kompromissbereitschaft an: "Wir diskutieren gerade mehrere Varianten, wie wir weitermachen. Aber wir wollen uns auf alle Fälle mit eigenen Ideen und Vorschlägen einbringen" — nicht nur blockieren.

Um 180 Grad drehen

Das klingt deutlich konstruktiver als vieles, was diverse Zwischenrufer zwei Tage vor Heiligabend in der Stadtratssitzung rund um die Innenstadtentwicklung und die Planung einer Stadtgalerie immer wieder erregt im Zuschauerraum der Aula Am Hammer lautstark von sich gegeben hatten.

Gerade der argumentative Ansatz des Architekten Bernhard Reiser war immer wieder mit Kommentaren wie "wollen wir hier nicht" in Frage gestellt worden. Bei Jens Weber klang dies am Freitag nun deutlich anders.

Reisers Modell fußt auf dem Argument: Handel prägt die Innenstadt. Wer sie konkurrenzfähig und in die Zukunft führen will, braucht neben attraktiven Freizeitbereichen zwingend hochwertige Einkaufsmöglichkeiten. Und "Hochkaräter" kommen nur bei großer Verkaufsfläche.

Weber nimmt diesen Ball auf und benutzt ihn als Grundlage für einen eigenen Ansatz zu einer Stadtgalerie: "Wenn schon so viel Geld in die Hand genommen wird, warum dann nicht das Rathaus mit einbeziehen?", fragt er. "Auch wenn dort gerade renoviert worden ist, so muss man sich doch Gedanken machen, wie es um das alte Gebäude in den nächsten 20 bis 30 Jahren bestellt sein könnte."

Deshalb lohne es sich, mal darüber nachzudenken, wie es denn wäre, wenn die jetzt vorgestellte Variante des Architekten "einfach um 180 Grad gedreht würde". Soll heißen:

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Der große Baukörper, in dem die Stadtgalerie mit großen Geschäften und kleineren Shops untergebracht werden soll, bezieht das Rathaus mit ein. Ob in einer Art Anbau oder integriert, wie beispielsweise in Leverkusen geschehen, darüber äußert sich Jens Weber noch nicht. "Das ganze ist ja erstmal nur ein Gedanke."

Die zusätzliche Wupperbrücke könnte entfallen, stattdessen die Marly-Brücke vergrößert und aufgewertet werden.

Auch die Untertunnelung der Neukirchener Straße würde Weber zufolge nicht anders verlaufen als in Reisers Vorschlag, denn das Gebäude könnte sich auch hier zu beiden Seiten hinziehen.

Der wichtigste Unterschied jedoch aus seiner Sicht: "In unserem Vorschlag müsste der Stadtpark nicht angetastet werden, und trotzdem könnten große Geschäftsflächen entstehen."

Erstes Gespräch hat stattgefunden

Weber betonte am Freitag allerdings mehrfach, noch nicht sagen zu können, ob und in welcher Form diese Idee am Ende tatsächlich umsetzbar sei. Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Ernst Müller vor einiger Zeit zu dem Thema habe dieser kritisch eingewandt, die Stadt müsse bei dieser Variante zu viel eigenes Geld beisteuern.

"Die von der Stadt immer propagierte Kostenneutralität für ihre Planungsvariante ist doch auch nicht gegeben", argumentiert Weber. "Wir haben jedenfalls den Eindruck, dass in der Idee noch viel Diskussionspotenzial steckt", betont er. Also: Auch im kommenden Jahr wird wohl noch so mancher Vorstoß gemacht und diskutiert werden. Die Innenstadt hat gute Chancen, auch 2012 Thema des Jahres zu werden.

(RP)