Leichlingen: Stadtmitte: Ex-Baudezernent warnt

Leichlingen: Stadtmitte: Ex-Baudezernent warnt

Der frühere Leichlinger Baudezernent und Abwasserbetriebs-Leiter Helfferich Preuschen hat sich kritisch zum geplanten Umbau der Stadtmitte geäußert. Er nennt vor allem die Tieferlegung der Neukirchener Straße "Wahnsinn".

Die Kritik kommt nicht von irgendwem. Er war Baudezernent, Abwasserbetriebs-Leiter, Wirtschaftsförderer und Stadtentwickler in einer Person: Helfferich Preuschen hat als städtischer Dezernent über viele Jahre hinweg das Leichlinger Stadtbild mitgeprägt — unter anderem das Brückerfeld fällt in seinen Verantwortungsbereich. 2007 ging der Verwaltungsbeamte in Ruhestand, ist aber als Kirchbaumeister der evangelischen Gemeinde immer noch ehrenamtlich aktiv — und nimmt privat regen Anteil an den Planungsvorhaben im Stadtgebiet.

"Küppersteger Verhältnisse"

Im Gespräch mit unserer Zeitung gab der Leichlinger Experte jetzt eine Einschätzung zu der im Dezember auf den Weg gebrachten Planungsidee zum Umbau der Innenstadt ab — und wurde an einer Stelle ganz deutlich. Die vorgesehene Tieferlegung der Neukirchener Straße hält Preuschen schlichtweg für "Wahnsinn". Dort lägen Kanalrohre (keine Kastenprofile) mit mindestens drei Metern Außendurchmesser in fünf bis sechs Metern Tiefe. Die tiefer gelegte Straße würde damit direkt auf diesen Rohren verlaufen. "Um die Tieferlegung vernünftig hinzubekommen, müssen Sie mit Riesenaufwand zu beiden Seiten sehr lange Rampen bauen", erläutert der Tiefbaufachmann. Technisch sei das vielleicht machbar, "aber da muss man sich ob der Dimension schon fragen: Was machen wir denn da?"

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In diesem Zusammenhang warnt Preuschen vor "Küppersteger Verhältnissen". In dem Leverkusener Stadtteil hat er den tiefergelegten Europaring als Negativ-Beispiel immer wieder vor Augen. "Das ist so hässlich dort, das kann man eigentlich nur zuschütten. Mit so etwas macht man sich die Stadt kaputt."

Der 69-Jährige hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Regionale 2010 in Leichlingen gern noch mitgestaltet hätte. So ist er ein klarer Befürworter der Postwiesen-Umgestaltung, hätte dort sogar gern die Stadtbücherei gesehen — das Gelände, wie es zurzeit aussieht, hat er mal als "Hundeklo" bezeichnet. Die Anbindung der Wupper ans Brückerfeld findet Preuschen ebenfalls gut, wie er sich überhaupt in weiten Teilen mit der inzwischen verworfenen Variante der Stadtpark-Bebauung anfreunden konnte.

Die Pläne zur Neukirchener Straße aber treiben den Tiefbaufachmann um. Zumal es dort seinen Worten zufolge ja auch eine Grundwasserproblematik gebe. "Wir haben vor eineinhalb Wochen noch eine Probe an der Grundwassermessstelle im Bereich der evangelischen Kirche Marktstraße gezogen, sagt Helfferich Preuschen: "Da lag der Wasserspiegel gerade mal zwei Meter unter Geländeniveau."

(RP)