Leverkusen: Stadtmitte-Architekt: "Wupper ist ein Juwel"

Leverkusen: Stadtmitte-Architekt: "Wupper ist ein Juwel"

Er sieht sich weniger als reinen Architekten – mehr als "Veränderer und Erfinder": Und als solcher möchte sich Bernhard Reiser gerne der Leichlinger Innenstadt widmen. Der 58-Jährige, der in Stuttgart das renommierte Architekturbüro "MESA" betreibt, skizzierte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung schon einmal, was er mit seinem neuen Vorstoß zur Innenstadt-Gestaltung beabsichtigt und was ihn inspiriert.

"Städte sind ein Bild der Gesellschaft", sagt er. Alle menschlichen Ausprägungen – von abgerissen bis edel – spiegelten sie wider. Und alle Städte haben Besonderheiten. "In Leichlingen ist das die Wupper", findet Reiser, der tief beeindruckt war, als er im Sommer das erste Mal durchs Zentrum der Blütenstadt ging. "Wenn ich in eine Stadt komme, versuche ich mit ihr zu atmen, ihren Rhythmus aufzunehmen und ihren Herzschlag zu spüren", führt der Architekt aus. "Nur so erkenne ich den Charakter und die Werte, die in ihr liegen. Das ist es, was mich zu den Wurzeln der Stadt führt und mir ihre Möglichkeiten zeigt."

In Leichlingen hat er allerdings auch bemerkt: "Die Wupper wird hier eher versteckt als herausgestellt." Dies zu ändern, ist eines seiner Hauptanliegen, die er bei der Umgestaltung der City verfolgt: "Alle bisherigen Entwürfe haben am Fluss Halt gemacht, ich will den Sprung über die Wupper wagen."

Wie das aussehen soll (neue Wupperbrücke ins Brückerfeld, tiefer gelegte Neukirchener Straße, straßenübergreifendes Wohn- und Handelsgebäude etc, wir berichteten) will er der Leichlinger Bevölkerung bald unter anderem in einem Workshop vermitteln – "die Menschen mitnehmen", wie er sagt. Und ihrer Stadt hohen Freizeitwert verschaffen, "auch mit viel Grün, Parks und Spielplätzen".

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Erstklassige Referenzen

Es ist nicht nur dieser Enthusiasmus, mit dem Reiser die Stadtratsvertreter bei seiner ersten, nicht öffentlichen Präsentation positiv überraschte – er kann auch auf eine lange Liste guter Referenzen in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland verweisen: fast immer mit Handelsobjekten. "Es ist doch so", sagt er: "Samstags morgens am Frühstückstisch berät die Familie, was sie machen will. Etwa Einkaufen. Doch dann will der Vater zum Beispiel zu MediaMarkt, die Mutter zu H&M, die Tochter zu New Yorker. Und am Ende fahren sie dorthin, wo es all das gibt."

Biete Leichlingen dies alles plus Freizeitvergnügen rund um die Wupper, "schaffen wir einen Magneten, der die Leute zu uns holt". Davon, da ist Reiser sicher, profitierten letztlich alle – auch die Händler im Brückerfeld und in der Brückenstraße: "Überall, wo ein solcher Magnet geschaffen wurde, ist das zu beobachten." Leichlingen werde da keine Ausnahme bilden.

(RP)