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Leichlingen: Stadt will Schuldnerberatung aufgeben

Leichlingen : Stadt will Schuldnerberatung aufgeben

Die Personalkosten werden der Stadt Leichlingen für die Schuldnerberatung mit 50 000 Euro im Jahr zu hoch. Um ihren Haushalt zu konsolidieren, will sie die Beratungsstelle aufgeben. Jetzt wird ein gemeinnütziger Träger dafür gesucht.

Die Stadt Leichlingen will ihre Schuldnerberatungsstelle zum 1. Juli aufgeben. Grund ist der Zwang zum Sparen, um den städtischen Haushalt langfristig zu konsolidieren. Die hauptamtliche Personalstelle für die Schuldnerberatung kostet aber jährlich 50 000 Euro. Der Ausschuss für Strategie, Kultur und Soziales, der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Stadtrat sollen nun der Aufgabe der Schuldnerberatung zustimmen.

Ganz entfallen soll diese wichtige Beratungsstelle aber nicht, sie soll nur nicht mehr in Regie und auf Kosten der Stadtverwaltung fortgeführt werden. Nachbargemeinden haben ihre Schuldnerberatungsstellen an andere Träger übergeben, wie beispielsweise an das Diakonische Werk, den Caritasverband oder die Arbeiterwohlfahrt, und führen diese dann gemeinsam mit ihnen weiter. Leichlingen soll sich nun auch bemühen, einen Träger für seine Schuldnerberatungsstelle zu finden.

Die Schuldnerberatung bleibt, unabhängig von der jeweiligen finanziellen Situation der Stadt, eine kommunale Aufgabe, die im Sozialgesetzbuch verankert ist. Allerdings ist sie keine Pflichtaufgabe. Sie gehört auch zu den kommunalen Eingliederungsleistungen für Hartz-IV-Empfänger. Seit 2008 gab es bei der Stadtverwaltung Leichlingen das Sachgebiet Senioren-, Pflege- und Schuldnerberatung. Der Rheinisch-Bergische Kreis und die Kreissparkasse Köln trugen zur Finanzierung der Schuldnerberatung mit bei. Zuletzt schüttete die Sparkasse 4466 Euro aus ihrem Fonds aus, angesichts der 50 000 Euro Kosten pro Jahr für die Schuldnerberatung nur ein kleiner Teil.

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Teamchef Stefan
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Andererseits ist nach einer Studie der Credit-Reform fast jeder zehnte Bundesbürger überschuldet. Vor allem junge Menschen geraten häufig in die Schuldenfalle, beispielsweise durch Handyrechnungen und Internet-Shopping. Langzeitarbeitslosigkeit, Scheidung und Trennung sind weitere Hauptgründe für Verschuldungen.

Seit 2009 wurde eine Vollzeitkraft ausschließlich für die Schuldnerberatung bei der Stadt Leichlingen eingesetzt. Die Fallzahlen haben sich allerdings seit 2010 stetig verringert: Im Jahr 2010 nahmen noch 42 Leichlinger die Schuldnerberatungsstelle in Anspruch, 2011 waren es 34, 2012 nur noch 33, 2013 schließlich 30 und im vergangenen Jahr nur noch 19 Fälle.

Seit 2013 wurde deshalb in den Fachausschüssen und im Stadtrat bereits erwogen, die Stundenzahlen für die Schuldnerberatung zu verringern und sie mittelfristig aufzugeben und an einen anderen Träger abzugeben. Der Rheinisch-Bergische Kreis hat zwar ab dem 1. Januar 2015 eine höhere Summe für den Stundenanteil der Schuldnerberatung angesetzt mit einer Steigerung von 2600 Euro pro Jahr. Die Personal- und Sachkosten für die Schuldnerberatung seien aber zu hoch, hält die Stadt dem entgegen und schlägt deshalb die Aufgabe der Schuldnerberatung vor. Darüber entscheidet nun die Politik.

(RP)