Leichlingen: Stadt-Projekt nimmt Fahrt auf

Leichlingen: Stadt-Projekt nimmt Fahrt auf

In der kommenden Woche werden die neuen Investoren-Pläne zur Innenstadt-Bebauung erstmals öffentlich in einer Ratssitzung vorgestellt. Bei einer internen Präsentation für den Stadtrat am Montag wurde lebhaft diskutiert.

Rund drei Stunden dauerte die nicht öffentliche Stadtratssitzung am vergangenen Montag, bei der die Politiker die neuen Investoren-Pläne zur Innenstadtbebauung ausführlich vorgestellt bekamen – und sie nach Auskunft von Teilnehmern auch konstruktiv und lebhaft diskutierten.

Ab dem Kreisverkehr (rechts unten) würde die Neukirchener Straße tiefer gelegt. Foto: Uwe Miserius (Archiv)

An den Grundzügen der Planung hat sich RP-Informationen zufolge dabei gegenüber der bisherigen Darstellung kaum etwas geändert: Nach wie vor sollen demnach folgende Punkte umgesetzt werden.

r Die Neukirchener Straße wird teilweise tiefergelegt und mit Abfahrten in eine Tiefgarage versehen, die zu beiden Seiten der Straße verläuft und rund 500 Stellplätze bieten soll. Der neue Rathausplatz würde sich ebenfalls über die Neukirchener Straße hinweg erstrecken und wäre nicht mehr unterbrochen. Leichlingen bekäme ein echtes Stadtzentrum.

Bis zu 10 000 Quadratmeter

r Statt verschiedener kleinerer Gebäude zu beiden Seiten der Neukirchener Straße wird es ein neues großes Geschäfts- und Wohnhaus geben, das sich (ab dem ersten Stock) über den heutigen Straßenbereich hinweg erstreckt. Die Rede ist von 8000 bis 10 000 Quadratmetern Geschäftsfläche.

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r Den neuen Anschluss ans Brückerfeld soll eine neue Wupperbrücke, die etwa am heutigen Parkplatz neben dem Sanitärgeschäft Graichen enden würde, herstellen. Dieser Parkplatz würde ebenso wegfallen, wie der Rathausparkplatz, der zum Park umgewandelt werden soll. Die Wupperpromenade mit Begleitgrün sowie andere Grünflächen sollen weiterhin hohen Freizeitwert garantieren.

Bürgermeister Ernst Müller nannte gestern auf Anfrage keine Details aus der Veranstaltung am Montag, betonte aber, es habe sich eigentlich nicht um eine Ratssitzung im klassischen Sinne gehandelt: "Das war eher ein Arbeitskreistreffen", sagte der Stadtchef. Es sei viel diskutiert und besprochen aber kein Beschluss gefasst worden, und das aus gutem Grund: "Wir werden am 22. Dezember in der Ratssitzung alles öffentlich vorstellen. Bis dahin haben die Fraktionen beraten und können dann sagen, ob sie das Projekt grundsätzlich weiterverfolgen wollen."

In diesem Fall werde das Verfahren dann auch ganz normal vorangehen – selbstverständlich mit Beteiligung der Bürger. Der Stadtrat habe am Montag schließlich keine Geheimnisse ausgehandelt, sondern sich lediglich in einer Atmosphäre ohne Störungen einen ersten Überblick verschafft. Gleichwohl gelte es nun, Entscheidungen zu treffen. "Wir doktern jetzt seit viereinhalb Jahren an der Innenstadt herum", sagte der Stadtchef. Jetzt müsse man Position beziehen. "Man kann nicht immer sagen: Alles soll anders werden, aber es darf sich nichts verändern." Ein Hinweis, der vor allem in Richtung CDU gesprochen sein dürfte.

Von den Christdemokraten hatte Rainer Hüttebräucker die Sitzung unter Protest verlassen, weil er die Nichtöffentlichkeit nicht hinnehmen wollte. Seine Fraktionskollegen hatten sich Hüttebräucker aber nicht angeschlossen (siehe unten).

Müller stellte gestern klar: "Nicht die Stadtverwaltung, sondern der Rat selbst hatte seinerzeit beschlossen, erst einmal nichtöffentlich zu tagen."

(RP)
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