Bis zu mehr als 100 Prozent Stadt Leichlingen plant drastische Erhöhung der Friedhofsgebühren

Leichlingen · Bestattungen auf den kommunalen Friedhöfen sollen deutlich teurer werden. Gestiegene Kosten machten dies notwendig, sagt die Stadt. Die Politik entscheidet Ende November.

 Die Gebühren für den kommunalen Friedhof Kellerhansberg sollen ab Januar angehoben werden. Das gilt auch für den städtischen Freidhof in Witzhelden.

Die Gebühren für den kommunalen Friedhof Kellerhansberg sollen ab Januar angehoben werden. Das gilt auch für den städtischen Freidhof in Witzhelden.

Foto: Miserius, Uwe (mise)/Miserius, Uwe (umi)

Sterben wird teurer oder genauer: Die Friedhofsgebühren werden teurer – teils mehr als 100 Prozent. Am Montag, 28. November, entscheidet der Stadtrat über eine geänderte Gebührensatzung für die Kommunalfriedhöfe. Geht es nach der Stadt, beschließt die Politik dann für den Friedhof Kellerhansberg und den Friedhof in Witzhelden unter anderem dies:

Für Erwachsenbestattungen zahlen Angehörige an Bestattungsgebühren 1360 Euro – bisher sind es 815 Euro; werden Kinder beigesetzt, kostet dies künftig 856 Euro Bestattungsgebühren. Bisher waren es 395 Euro. Eine Gebührenerhöhung von mehr als 100 Prozent. Für Urnenbestattungen sieht die Stadt künftig 755 Euro vor, bisher 515 Euro.

Auch andere Gebühren in dem Zusammenhang will die Verwaltung anheben, etwa bei den Liegezeiten. Ein Wahlgrab kostet laut städtischem Beratungspapier für die Politik für 30 Jahre pro Stelle 1160 Euro (bisher: 915 Euro), ein Urnengrab für 20 Jahre 660 Euro (565), ein Reihengrab für Erwachsene auf 30 Jahre 825 Euro (630), ein Kinderreihengrab für 25 Jahre schlägt mit 615 Euro zu Buche, bisher waren es 465 Euro.

Die Nutzung der Friedhofskapelle wird um 60 Euro teurer, kostet demnächst 250 statt die bisherigen 190 Euro.

Enthalten seien in den Gebühren wie in der bisherigen Satzung unter anderem das Ausschaufeln des Grabes, die Benutzung des Sargwagens, das Schließen und Hügeln des Grabes einschließlich der üblichen Grabausschmückung, außerdem unter anderem das Aufsetzen des Grabhügels, die Entsorgung von Grabschmuck, die Unterhaltung der Wege- und Grünflächen der Friedhöfe.

Das Schmücken der Friedhofshalle und die Sargträger sind in den Gebühren aber nicht enthalten, weist die Stadtverwaltung hin. Gelten soll die neue Satzung, sofern die Politiker sie beschließen, ab dem 1. Januar 2023.

Die Verwaltung begründet im Beratungspapier: „Kontinuierliche Kostensteigerungen seit 2018 in allen Bereichen sowie zusätzlich eine verstärkte Inflation in den vergangenen Monaten machen die Anpassungen zwingend notwendig.“ Bisher galt Leichlingen als vergleichsweise günstig bei den Friedhofsgebühren.

Wer der Stadt Böses will, könnte bei der Kostensteigerung auf den Gedanken kommen, die Verwaltung wolle den städtischen Haushalt über die deutliche Gebührenerhöhung konsolidieren. Die Verwaltung winkt ab, aus dem Rathaus war am Freitag zu hören: Es handele sich um einen geschlossenen Gebührenhaushalt, das sei gesetzlich so geregelt. Was raus gehe, müsse reinkommen. Dabei gebe es noch etwas Spielraum, weil Friedhöfe auch öffentliche Grünflächen seien, aber nicht besonders viel.

Gremien Montag, 21. November, 17 Uhr, wird das Thema im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert, am Montag, 28. November, 17 Uhr, steht es auf der Agenda der Stadtratssitzung.

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