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Leichlingen: Stadt erwartet bald minderjährige Flüchtlinge

Leichlingen : Stadt erwartet bald minderjährige Flüchtlinge

Eine neue Herausforderung kommt auf das Leichlinger Jugendamt zu: minderjährige Flüchtlinge. "Immer mehr von ihnen kommen nach Europa und damit auch nach Deutschland. Sie haben Schreckliches erlebt auf ihrer Flucht durch die Wüste und über das Mittelmeer", sagte Jugendamtsleiter Hubert Knops vor den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses.

Das Thema "Inobhutnahme und Integration von minderjährigen Flüchtlingen" hatte im Fokus einer Tagung der Jugendamtsleiter gestanden, an der Knops teilgenommen hatte.

Anders als die Nachbarstadt Leverkusen hat Leichlingen bislang keine minderjährigen Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Damit sei aber zu rechnen, betonte Knops. Die Zahlen sind drastisch: Bereits 12 000 minderjährige Flüchtlinge seien im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen. Sie wurden bislang auf Knotenpunkte, also Großstädte, verteilt. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 kamen etwa 2000 minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland, 2013 waren es 6600. Es gebe nun eine neue Regelung, wonach auch diese Flüchtlingsgruppe anteilmäßig auf alle Städte im Rheinisch-Bergischen Kreis verteilt würden. In NRW gebe es derzeit 1600 minderjährige Flüchtlinge, Köln habe 559 von ihnen aufgenommen.

Das Landesjugendamt werde die gleichmäßige Verteilung der minderjährigen Flüchtlinge koordinieren: "Es wird für uns eine sehr starke Veränderung geben, denn wir hatten bisher mit solchen Fällen noch nicht zu tun", gab Knops zu.

Ab Frühjahr 2016 müsse frühestens mit solchen Zuweisungen gerechnet werden. Damit bleibe Zeit, um Kompetenzen zu erwerben, um "den Flüchtlingen, die mutterseelenallein zu uns kommen, bei uns die Möglichkeit zu geben, sich vernünftig zu entwickeln und sich in dieses Land zu integrieren", sagte Knops. Bei der Jugendamtsleitertagung sei bereits klar gewesen, dass nicht jedes Jugendamt für sich "das Rad neu erfinden muss", wies Knops auf gemeinsame Konzepte zur von minderjährigen Flüchtlingen hin.

Dabei werden die Rheinisch-Bergischen Jugendämter, also auch die Stadt Leichlingen, sicherlich mehr als nur einen Blick "über den Tellerrand" werfen, um sich zu unterstützen. Die Nachbarstadt Leverkusen etwa bereue ihre minderjährigen Flüchtlinge, unbegleitete wie auch die begleiteten, erfolgreich in internationalen Klassen in Grund- bis Berufsschulen.

(RP)