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Leichlingen: Spannende Zeitreise in die Leichlinger Vergangenheit

Leichlingen : Spannende Zeitreise in die Leichlinger Vergangenheit

Stadtarchivar Dr. Thorsten Schulz-Walden gab mit einem Bildervortrag Einblicke in die Leichlinger Historie. Er versuchte, in der SPD-Reihe "Stadtgespräch" einen Eindruck davon zu vermitteln, wie die Stadt früher aussah und wie sie zu dem wurde, was sie heute ist. Dabei hatte er manch überraschende Information zu bieten.

Schulz-Walden referierte der Chronologie folgend über die Entwicklung der Stadt während der frühen Neuzeit, der Industrialisierung und schließlich der Zwischen- und Nachkriegszeit. Es war nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Doch verstand es der Experte, zu manch einem der zahlreichen Bilder und Dokumente äußerst interessante Geschichten zu erzählen.

So präsentierte er die auf das Jahr 1830 datierte Sterbeurkunde einer Anna Catharina Marcus, die auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches zu sein schien. Schulz-Walden berichtete jedoch, dass Marcus damals Chefin einer Leichlinger Tuchmanufaktur gewesen ist. Auch wenn Frauen zu diesem Zeitpunkt noch kein Wahlrecht hatten, waren sie durchaus "im Geschäft".

Eine Information, die auch Hildegund Willig gespannt aufhorchenließ, denn Frauengeschichte fasziniert sie. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Stadtentwicklung und den damit verbundenen Diskussionen ist das Thema insgesamt sehr spannend. Außerdem schätze ich Dr. Schulz-Walden", sagte sie. Da sie bereits andere Vorträge des Archivars gehört hatte, fügten sich bei Willig an diesem Abend manche Wissens-Puzzleteile zusammen.

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Zu allen Epochen hatte Schulz-Walden kleine Schätze mitgebracht. Dazu gehörte unter anderem eine Aufnahme des Leichlinger Bahnhofs aus dem Jahr 1875 - die älteste Aufnahme, die das Archiv vom Bahnhof besitzt. Mit dem Anschluss Leichlingens an die Eisenbahn 1867 war, wie überall im Deutschen Reich, die Industrialisierung unwiderruflich gekommen. Immer mehr größere Betriebe siedelten sich an und änderten das Stadtgefüge.

Je näher der Stadtarchivar der Gegenwart kam, desto intensiver setzte sich das überwiegend ältere Publikum im Bürgerhaus mit dem Gezeigten auseinander - schließlich erkannte es immer mehr wieder. Die Sprengung des Kamins der Weberei und Stückefärberei "Simon und Frowein" 1979 war vielen Zuhörern noch lebhaft in Erinnerung. Sie steht symbolisch für den Wandel Leichlingens von einer Industrie- zu einer Wohn- und Dienstleistungsstadt, wie sie es heute ist.

(aks)