Sonntag ist Ausstellungseröffnung im Sinneswald Leichlingen

Ausstellungseröffnung : Neugier im Sinneswald

Sonntag wird die neue Skulpturenausstellung eröffnet. 66 Künstler zeigen Werke – teils auch zum Ausprobieren.

Neugier – das ist der Säugling, der nach allem greift. Neugier ist die Elster, die auf dem Fensterbrett in die Küche schaut. Neugier ist mal gut und mal schlecht. Neugier ist eines der Dinge, die die Menschheit ausmacht. Und die ihr dabei halfen, zu der Zivilisation zu gelangen, in der sie heute lebt. Neugier – das ist auch das diesjährige Motto der Skulpturenausstellung im Sinneswald.

Ein Rundgang verriet jetzt, wie sehr sich Künstler mit dieser Thematik auseinandersetzen konnten und wie viele verschiedene Ansätze es dazu geben kann. Ob die Eigenschaft, die Mensch und Tier gleichermaßen betrifft, als positiv oder eher negativ aufgefasst wird. Wicze Braun und Wolfgang Brudes werden nicht müde zu erläutern, dass in ihrer Themenauswahl eine logische Reihenfolge steckt und die Aufgabenstellung an die Künstler aufeinander aufbauen. Nachdem im vergangenen Jahr Freiheit ganz groß über dem fünf Hektar großen Stück Land prangte, ist es nun die Neugier. „Das war eigentlich logisch. Denn die Freiheit macht neugierig“, sagt Braun.

Ein Schlüsselloch im Wald. Darüber baumelt ein roter Griff. Wer  daran zieht, dem öffnet sich der Blick durchs Schlüsselloch. Foto: Miserius, Uwe (umi)

66 Künstler, darunter Kunstgruppen aus Volks-, Förder-, Grund- und Sekundarschule, erstellten insgesamt fast 80 Kunstwerke. Und das, obwohl so manch Schaffender zuvor ein wenig verdutzt aus der Wäsche geschaut hatte – und klagte, die Aufgabe sei aber wieder besonders schwer.

Allerdings dürfte es den meisten nicht sonderlich schwer gefallen sein, ein Nische in der Thematik für sich zu entdecken. Zu groß ist der Begriff Neugier. Eine Skulptur von Peter Nettesheim erinnert an die Informationsflut, die durch das Smartphone, die sozialen Netzwerke und das Internet entsteht.

Einen bunten Traumfänger im grünen Laub gibt es zu entdecken. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Auch die Legende von der Büchse der Pandora findet im Sinneswald Platz. Sie verdeutlicht, wie unbändig der Drang nach Antworten und die damit verbundene Neugier auch sein kann.

Viele Künstler, die bei der neuen Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird, mitmachen, entwickelten tolle Installationen zum Ausprobieren – manchmal mit ungewollt aufschlussreichem Ausgang. RP-Fotograf Uwe Miserius etwa beteiligte sich mit einem Schlüsselloch mitten im Wald. Darüber baumelt eine Art roter Griff. Wer daran zieht, dem wird tatsächlich ein Blick durchs Schlüsselloch gewährt. Was zu sehen ist, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Hartmut Hegener hat mitten ins Grün Satzschlusszeichen gestellt: ein rotes Fragezeichen, daneben ein schwarzes und ein blaues Ausrufungszeichen. Titel des Werks: „Wer lesen kann ist klar im Vorteil“. John Bachem hat „die Säule mit dem Auge der Neugier“ mitten in die Landschaft gestellt. Und Caspar Reuter lässt einen „Gucker“ einem anderen ein Loch in den Bauch starren, durch das sich neue Perspektiven eröffnen. Und genau das, neue Blickwinkel zeigen, will auch die Schau bei ihren Betrachtern erreichen.

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