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Siebte Kunst- und Klangmeile in Leichlingen

Jede Menge Kultur in der Innenstadt : Musik – ganz frisch von der Straße

Bei der siebten Leichlinger Kunst- und Klangmeile zeigten Mitwirkende, welche musikalischen und künstlerischen Talente in ihnen stecken.

2005 zieht es einen Rotschopf aus dem Norden Englands ins große London. Auf der Straße versucht der junge Musiker, sich den ein oder anderen Groschen zu verdienen und auch seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Heute sing Ed Sheeran in den größten Hallen der Welt. Seinen Anfang nahm die Karriere aber auf der Straße – dorthin kehrte die Musik jetzt auch in Leichlingen zurück.

Auf der 7. Kunst- und Klangmeile setzen sich Musiker in die Innenstadt, spielen ihre Instrument, singen, lassen ihre Kunst beschauen und bestaunen. Nun ist Leichlingen nur sehr bedingt London – doch wer weiß, welch große Karriere am vergangenen Wochenende in der Innenstadt der Blütenstadt seinen Anfang nahm. Vielleicht die von Moritz? Der 13-Jährige spielt Saxofon. Und das schon, seit er neun Jahre alt ist. Zuvor war das Schlagzeug sein Instrument, das war ihm über die Dauer dann aber zu langweilig und etwas eintönig geworden. Zum Saxfon kam er an dem Ort, an dem er nun auch wieder steht: der Kunst- und Klangmeile.

„Die Musikschule hatte einen Stand, das Saxofon gefiel mir gut“, berichtet der Teenager. Es war die Form des Instruments, die ihn angezogen habe. Gespielt, geklappt, verliebt – seitdem sind er und das Saxofon ein Pärchen. Wo andere im Verein Fußball oder Basketball spielen, macht der 13-Jährige Musik. Dabei gibt es gar keinen so großen Unterschied zwischen den beiden Hobbys, meint Moritz: „Bei beiden Sachen versucht man immer besser zu werden.“

Sich zu bessern, das versuchen gerade auch viele Menschen im Bereich des Umweltbewusstseins. Die Künstlerin Ines Baumgart verwendet recyceltes Plastik für ihre Kunst. Sie gestaltet aus dem leichten Material Installationen. Und obwohl die Plastikdecke aussieht, wie ein Fischernetz, so als Mahnmal für die Verschmutzung der Ozean gelten könne, distanziert sich Baumgart davon. „Ich will eigentlich gar kein politisches Statement setzen“, betont sie.

Wobei: So ganz kann sie sich dann doch nicht davon lossagen. Schließlich sehe man das viele Plastik immer wieder und werde so daran erinnert, dass dies einmal etwas gewesen ist, das man unbedingt haben wollte.

Andreas Genschel, Leiter der Musikschule Leichlingen, wuselt derweil umher. Der Musikschule selbst helfe der Tag an sich eigentlich gar nicht. Vielmehr sei die Meile ein Fest der Musik an sich. Wenn aus den verschiedenen Ecken unterschiedliche Musikrichtungen kommen. Das erfordert natürlich eines: „Gegenseitige Rücksichtnahme“, sagt der 63-Jährige.

Straßenmusik, das ist zurück zu den Wurzeln, zu hartem Brot, zu niemals aufgeben. Für Genschel hängt die Akzeptanz dieser Musikform auch an der Musikszene. In der Klassik werde es wohl schneller eher belächelt, während der Rock dort zu Hause sei, merkt er an.