Senioren werden zu Smartphone-Profis in Leichlingen

Die Handy-Docs von Leichlingen : Senioren werden zu Smartphone-Profis

Die 14-jährigen Ben Ellendt, Philipp Karfzick und Philipp Luscher, die „Handy-Docs“, geben Nachhilfe für Ältere.

Die Zeiten  ändern sich,   und gerade technische Entwicklungen vollziehen sich rasend schnell.  Für  Jugendliche ist der Umgang mit dem Smartphone tägliche Praxis, sie sind mit den kleinen Taschencomputern aufgewachsen. Für ältere Menschen gilt das nicht. Sie müssen sich an die vielen neuen digitalen Möglichkeiten, Applikationen und das „Internet in der Hosentasche“ erst noch gewöhnen. Doch sind sie dabei nicht allein.

In Leichlingen haben sich drei Schüler der Sekundarschule zusammengetan und wollen helfen.  Mit viel Geduld erklären sie Senioren im „Quartierstreff“ einmal im Monat den Umgang mit dem Smartphone, geben Tipps und zeigen Tricks. Das läuft nun bereits seit dem Sommer 2018 – sehr erfolgreich. So folgt in diesen Tagen der nächste Schritt. Die technikbegeisterten „Handy-Docs“ laden zu Seminaren rund um Handy, Smartphone und Tablet.

„Das mag jetzt vielleicht kitschig klingen“, sagt Philipp Krafzick, „aber es macht einfach Spaß, älteren Menschen zu helfen.“ So hatte  er sich gemeinsam mit seine Schulkollegen Ben Ellendt und Philipp Luscher schnell für die „Handynachhilfe“ begeistern können. Ihre Lehrerin schlug die drei Schüler vor. Wohl  weil sie in der digitalen Welt zu Hause sind, berichten sie. „Wir könnten jetzt nicht bei einem Techniker arbeiten“, räumt Ellendt ein, „aber in Alltagsfragen kennen wir uns schon gut aus.“

Unter den Scheffel stellen sollten die drei 14-Jährigen ihr Licht auf jeden Fall nicht. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass sich drei Jugendlichen neben der Schule viel Zeit in ihrer Freizeit nehmen, um älteren Mitmenschen zu helfen. Und sie bekommen viel zurück. Die Senioren sind für die Hilfe dankbar, bringen häufig zum Ausdruck, wie toll sie das Engagement der jungen Leute finden.

Darauf ist auch Schulleiter Martin Kayser stolz. „Sehr sogar“, wie er betont. Die Kooperation zwischen der Schule, deren Schüler und dem Quartiertreff soll in Zukunft  ausgebaut werden. So wollen Schüler wohl künftig in den Räumen an der Gartenstraße mit Senioren Gesellschaftsspiele spielen. „Es ist einfach wichtig, dass die Generationen in Kontakt miteinander kommen“, erläutert Kayser.

Die Seminare der drei „Handydoktoren“ sind auf vier Termine festgelegt. Darin geht es in der Tat um alltägliche Fragen, einfache Inhalte und häufig schnell gelöste Anliegen. So einfach ist das dann aber meist doch nicht, wie Ellendt berichtet. Nicht alle tun sich leicht. Und mancher sei auch ein wenig frustriert, wenn es nicht gleich funktioniert. Die Jungs stört das nicht, es sei auch gar nicht nötig, sich seiner Fragen oder etwaiger Unwissenheit zu schämen. „Wir lernen hier auch immer noch etwas“, betont Krafzick.

Die kostenlosem Seminare sind mit je 20 Plätzen an vier Terminen bereits ausgebucht. Und das, so berichten Sabine Rauh und Hilde Cordes, wegen der großen Nachfrage innerhalb von nur zwei Wochen.  Und: Zusätzliche Kapazitäten könnten derzeit leider nicht freigemacht werden.