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Sekundarschule Leichlingen bekommt Auszeichnung für Projekt für Vielfalt

Projekt des Schulministeriums : Sekundarschule für Vielfalt ausgezeichnet

Die Schule hat zwei Jahre an einem Projekt des Schulministeriums teilgenommen, um die Schüler individuell und gezielt zu fördern.

Alter Wein in neuen Schläuchen oder tatsächlich eine echte Innovation? Am Mittwoch hat die Leichlinger Sekundarschule in ihrer noch jungen Laufzeit die erste Plakette für die rund zweijährige Teilnahme am Projekt „Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt fördern“ erhalten. Das Schild soll gut sichtbar an der Schule angebracht werden, zeigt es wohl, dass sich nahezu das gesamte Kollegium von derzeit 41 Lehrerinnen und Lehrern um die individuelle Ansprache der Schüler bemüht.

Doch ist das wirklich neu und somit ein bunt bedrucktes Schild und eine Feierstunde wert? Ist individuelle Förderung im Unterricht nicht schon seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge, um Schüler optimal zu fördern und zu fordern? Das Projekt ist ein Angebot des Landesschulministeriums und der Bertelsmann-Stiftung.

Dort heißt es dazu: „Ziel der circa zweijährigen Fortbildung ist es, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, besser mit immer heterogeneren Klassen umzugehen, damit alle Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale entfalten können. Das Angebot richtet sich nicht an einzelne Lehrkräfte, sondern an ganze Kollegien oder Teilkollegien, die in Teams ein gemeinsames Konzept individueller Förderung im Unterricht für ihre Schule erarbeiten möchten.“

Auch in der Sekundarschule ist die Bandbreite dessen, was die Kinder und Jugendlichen an Voraussetzungen zum Lernen mitbringen, offenbar sehr groß. „Wir haben Schüler, die auch aufs Gymnasium gehen könnten bis hin zu Kindern, die einen erhöhten Förderbedarf haben“, sagte Schulleiter  Martin Kayser am Mittwoch. Aber auch die sozialen Kompetenzen und das heimische Umfeld variierten stark. „Das ist eine professionelle Herausforderung. Wir müssen den Unterricht weiterentwickeln, als Schule im Aufbau echte Schulentwicklung betreiben“, betonte Kayser.

Als roter Faden zieht sich die Teamarbeit durch die Fortbildungsreihe. Fachgruppen entwickeln Konzepte für ihre Unterrichtsfächer, Jahrgangsteams verständigen sich auf gemeinsames Handeln und gleiche Standards, um den besonderen Anforderungen ihrer Lerngruppen gerecht zu werden.

Ein wichtiges Ergebnis von „Vielfalt fördern“ an der Sekundarschule Leichlingen sei zudem die Unterrichtshospitation, bei der sich die Kollegen regelmäßig gegenseitig in ihrem Unterricht besuchten, hob der Schulleiter hervor. Durch die Rückmeldung solle die Unterrichtsqualität weiter steigen.

Aktuell befasst sich die Schule mit didaktischen Maßnahmen zum selbstgesteuerten Lernen – ein weiterer Baustein, um die unterschiedlichen Begabungen der Schüler aufzugreifen. „Vielfalt im Klassenzimmer ist nichts Neues, denn jedes Kind ist anders. Doch noch nie war diese Heterogenität so offensichtlich wie heute“, beantworten Schulministerium und Stiftung die Eingangsfrage.

An der Sekundarschule wissen die Lehrkräfte nun, wie sie mit Bildungsvoraussetzungen, Interessen und Potenzialen der Schüler konstruktiv umgehen.