Leichlingen: Schwimmverein bangt ums Bad

Leichlingen: Schwimmverein bangt ums Bad

Die angekündigte Schließung des Hallenbades bringt den LSV in große Bedrängnis.

Der Tag heute wird für Michael Lintz entscheidend für die kommenden Wochen und Monate sein. Der Vorsitzende des Leichlinger Schwimmvereins (LSV) soll heute nämlich erfahren, ob und wie lange das Hallenbad geschlossen werden muss. Und davon hängt für Lintz ebenso wie für Dutzende Kursleiter und Hunderte Mitglieder ab, wie der Vereinsbetrieb in den kommenden Wochen aufrechterhalten werden kann.

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass wegen schwerer Sicherheitsmängel der Hallenbereich des Blütenbades voraussichtlich mit Beginn der Freibadsaison ein halbes Jahr geschlossen werden muss, um dringend benötigte Reparaturen von etwa einer halben Million Euro Kosten durchführen zu können.

"Für uns ist entscheidend, ob es sich bei der Sperrung um das gesamte Bad handelt, oder ,nur' um das Lehrschwimmbecken. Letzteres könnten wir vermutlich noch einigermaßen auffangen - alles andere wäre eine mittlere Katastrophe", betont Lintz, der gleichwohl versichert, an einem Plan B zu arbeiten: "Unser Glück ist es, dass wir gute Kontakte zu vielen anderen Vereinen haben, die uns unter Umständen bei der Belegung benachbarter Bäder wie etwa in Bergisch Neukirchen oder Roderbirken helfen können." Zaubern könnten indes auch sie nicht.

Unterdessen hat sich auch die Linke in Leichlingen dem Antrag der SPD nach einer Sondersitzung des Stadtrates wegen außergewöhnlicher Dringlichkeit angeschlossen: Wie schon von den Genossen erwähnt, sei bereits im Jahr 2016 ein Neubau für das "marode" Hallenbad beschlossen worden: "Leider konnten sich bis zum heutigen Tage die Parteien im Rat der Stadt auf keinen Standort einigen", bemängelt Linke-Ratsherr Klaus Reuschel-Schwitalla und argwöhnt, "dass sich die anderen Fraktionen (CDU, UWG, BWL und FDP) noch im Winterschlaf befinden. Man bekommt den Eindruck, ihnen ist die Zukunft des Hallen- und Freibades Leichlingen recht gleichgültig".

Die FDP wies das umgehend zurück: "Natürlich sind wir entsetzt, dass die vollständige Schließung des Hallenbades im Sommer droht", betonte FDP-Ratsherr Lothar Esser, schränkte aber sofort ein: "Dass die Sozialdemokraten jetzt in ihrem Antrag so tun, als sei das ein Versäumnis des Rates, weil dieser entgegen des Wunsches der SPD und des Aufsichtsrates sich nicht für einen Standort entscheiden kann, ist nach unserer Auffassung doch sehr fragwürdig" - vor allem unter dem Aspekt, dass der Rat rein rechtlich gesehen überhaupt nicht zuständig sei. Er könne allenfalls eine politische Empfehlung bis hin zu einer Anweisung an die im Aufsichtsrat befindlichen Ratsmitglieder geben: "Aber auch das", sagt Esser, "ist rechtlich nicht unumstritten."

(RP)