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Leichlingen: Schule Kirchstraße verzichtet auf Umzug

Leichlingen : Schule Kirchstraße verzichtet auf Umzug

Unter Lehrern und Eltern hat sich offenbar kein Organisator gefunden. Die Schulleitung setzt zudem andere Akzente.

Die Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK) hat Anfang der Woche die Aufstellung der Teilnehmer des Blütensamstagszugs am 14. Februar bekanntgegeben (siehe Tabelle oben). Nach aktuellen Planungen sind in diesem Jahr 35 Fußgruppen, Festwagen und Musikgruppen am Start, ein paar weniger als noch im Vorjahr.

Auch die katholische Grundschule Kirchstraße, die lange Jahre eine viel beachtete Fußgruppe aus Eltern, Kindern und der ehemaligen Konrektorin Doris Meuser als treibender Kraft gestellt hat, nimmt erstmals nicht mehr am Blütensamstagsumzug teil. "Ich finde das sehr schade für den Leichlinger Karneval und für die Kinder, dass die Grundschule nicht mitgeht", kommentierte der VLK-Vorsitzende Willi Kallert das Fehlen dieser Gruppe.

Das Erlebnis schaffe schließlich eine große Gemeinsamkeit zwischen Eltern, Kindern und Schule. In der katholischen Grundschule hat der rheinische Karneval eine lange Tradition: Schon der ehemalige Rektor Karl Reul war ein Jeckenfreund, sein Nachfolger Winfried Reichwald hob mit zahlreichen Eltern die Sockensitzung aus der Taufe. "Schule ist nicht nur Wissensvermittlung. Ich finde es sehr wichtig, dass die Schulen den Kindern das heimische Brauchtum näherbringen und Traditionen weitergeben. Damit sollten sie so früh wie möglich anfangen", betonte Kallert. Außerdem sei die Teilnahme am Karnevalsumzug eine hervorragende Werbung für die Schulen.

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Die aktuelle Leitung der katholischen Grundschule setzt derweil andere Akzente: "Gehen wir unter, wenn wir da nicht mitgehen? Ich glaube nicht", sagte jetzt Konrektor Bernd Sielemann auf RP-Nachfrage. Die Teilnahme am Karnevalszug sieht er nicht als Werbung für die Einrichtung an. Die christliche Tradition pflege die Grundschule unter anderem beim Sankt Martinsumzug, bei der Nikolausfeier in der Schule oder auch beim jährlichen Sponsorenlauf. "Karneval allein ist es nicht", betonte Rektorin Gabriele Berger. Die Qualität einer Schule definiere sich nicht über die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung, fügte die Schulleiterin noch hinzu.

"Unsere Schule hat zum Beispiel bei der Qualitätsanalyse des Schulministeriums hervorragend abgeschnitten", führte Gabriele Berger an und Konrektor Bernd Sielemann ergänzte: "Wir müssen uns entscheiden, was uns wichtig ist - eine vernünftige Bildungsbasis schaffen oder Partymentalität." Karneval sei kein außerschulischer Lernort, unterstrich er, sondern Freizeitgestaltung.

Dass die Fußgruppe der Grundschule erstmals nicht am Blütensamstagszug antritt, hat auch organisatorische Gründe. "Im Lehrerkollegium und bei den Eltern hat sich niemand gefunden, der das Ganze übernehmen wollte. Ich kann niemanden zwingen, seine Freizeit dafür zu opfern", sagte die Schulleiterin.

Die Elternpflegschaft habe angekündigt, sich nun eventuell der Karnevalsgruppe des katholischen Familienzentrums anschließen zu wollen.

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(inbo)