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Leichlingen: Schon wieder Bau-Ärger am Bahnhof

Leichlingen : Schon wieder Bau-Ärger am Bahnhof

Weil die Bodenverhältnisse im Rampen- und Treppenbereich am Leichlinger Bahnhof schwierig sind, verzögern sich die Bohrarbeiten. Das weitere Vorgehen will die Bahn in dieser Woche bei einem Ortstermin klären.

Die Baustelle am Leichlinger Bahnhof wirkt verwaist. Die Bagger stehen still. Ein paar Bahnreisende warten am Behelfsbahnsteig auf ihren Zug nach Köln. "Seit drei Wochen herrscht hier Stillstand", schimpft ein Passant, der namentlich nicht genannt werden möchte (Name der Redaktion bekannt). "Ich glaube nicht, dass die Bahn bis zum Jahresende mit dem Umbau des Bahnhofs fertig wird."

Seit Juli vergangenen Jahres wird der Leichlinger Bahnhof umgebaut. Der Mittelbahnsteig ist fast fertig, zuletzt liefen Bohrarbeiten für eine behindertengerechte Rampe, die wegen nächtlichen Lärms bei vielen Anwohnern für Unmut gesorgt hatten (wir berichteten).

"Es gab einen Stillstand wegen Weihnachten und dem Jahreswechsel", sagte Bahnsprecher Jürgen Kugelmann gestern auf Anfrage. Darüber hinaus gebe es eine Verzögerung bei den Bohrarbeiten, weil "die Bodenverhältnisse im Rampen- und Treppenbereich schwierig" seien.

Von einem völligen Stillstand der Bauarbeiten könne jedoch keine Rede sein: "Derzeit laufen die Gründungsvorbereitungen für die Zuwegungen zum Bahnsteig (Rampe und Treppen)".

Noch in dieser Woche solle es einen Ortstermin der Bahn geben: "Dort wird die weitere Vorgehensweise aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse geklärt," kündigte Kugelmann an. Die Baumaßnahmen am Bahnhof sollen laut Pressestelle der Deutschen Bahn trotz Verzögerung der Bohrarbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Bereits Anfang November standen die Bauarbeiten am Leichlinger Bahnhof für eineinhalb Wochen still. Damals hatte es eine Bauunterbrechung gegeben, weil auf die Anlieferung von Dichtungen für die einzelnen Sektionen der Betonwände gewartet werden musste.

Auch die neue Schrankenanlage, die parallel mit der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Solingen ihren Betrieb aufnahm, verärgert immer noch die Fahrgäste. Passanten berichteten bei einem Ortstermin am Bahnhof immer noch von Schließzeiten von bis zu 17 Minuten. An den langen Schließzeiten der Schranke dürfte sich aber vorerst nichts ändern.

Kürzlich hatte die Bahn mitgeteilt, dass die Bauarbeiten und die vorübergehend notwendigen Geschwindigkeitsreduzierungen der Züge aus beiden Richtungen zu einer längeren Schließzeit der Schranke führen würden.

Verbunden mit der Absicht, den Halt auch während der Bauarbeiten beizubehalten, gebe es "leider keine verträglichere Lösung", hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt.

Um das unerlaubte Queren der Gleise zu beenden, stellte die Bahn rechts und links der Schranken Stabgitterzäune auf. Zudem appellierte die Bahn an die Vernunft der Bürger.

(RP)