Schnelles Internet für Witzhelden

Bis zum Jahresende : Schnelles Internet für Witzhelden

Wenn 600 Haushalte einen Vorvertrag abschließen, könnte die Verbindung bis Ende des Jahres stehen. Das ist aber noch nicht sicher.

Zu Weihnachten mit Hochgeschwindigkeit durchs Internet: Witzheldener Bürger könnten schon bis Ende dieses Jahres mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde durchs weltweite Netz surfen oder Fernsehen schauen. Unter einer Voraussetzung: Bis zum 15. September müssten mindestens 600 der rund 1500 Haushalte im Höhendorf einen Vorvertrag mit dem Internet-
anbieter novanetz aus Hannover abgeschlossen haben.

Gemeinsam mit der Stadt und dem Berliner Investor Primevest Capital Partners stellte das Unternehmen das Pilotprojekt vor, mit dem Witzhelden kostenlose Anschlüsse ans Glasfasernetz bis in die Häuser (FTTH) bekommen soll. „Das Vorhaben ist die logische Weiterentwicklung unserer Breitbandstrategie, die wir 2016 mit dem Ausbau des Breitbandnetzes bis zu den Verteilerkästen (FTTC) begonnen haben“, sagte Bürgermeister Frank Steffes. Das aber sei nicht flächendeckend und zudem nicht im Nahbereich möglich. Insbesondere die Internetanbindung in Witzhelden ließe  bislang zu wünschen übrig.

Das Projekt sieht den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur bis in die Häuser vor. Um die Vorvermarktungsquote zu erreichen, wird novanetz in den kommenden Monaten die Werbetrommel rühren. In einer Auftaktveranstaltung sollen in Kürze Ausbaudetails und Preise für Surfgeschwindigkeiten zwischen 200 und 1000 Mbit pro Sekunde im Download genannt werden. Beim Vertrieb setzt das Unternehmen vor allem auf Mund-zu-Mundpropaganda. Einheimische „Straßenpaten“ sollen ihre Nachbarn überzeugen, Multiplikatoren das Projekt bekannt machen: Auf positive Resonanz ist es bereits beim Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden  (VVV) gestoßen.

Ist die Vorvermarktung gelungen, investiert Primevest rund zwei Millionen Euro in Tiefbau und Leitungen, novanetz betreibt das aktive Glasfasernetz. Vorausgehen würden Straßenbauarbeiten mit Minibaggern vor allem auf den Fußwegen. „Vorgärten müssen wir aber nicht aufreißen, um die Anschlüsse bis ins Haus zu legen“, sagte Klaus Leckelt von Primevest. Läuft in Witzhelden alles planmäßig, wird das Projekt ausgeweitet. „Ziel aller Kooperationspartner ist es, ein flächendeckendes FTTH-Glasfasernetz für das gesamte Stadtgebiet von Leichlingen in den nächsten Jahren zu bauen“, betonte Leckelt.

Primevest wird dazu das FTTC-Netz der Stadt kaufen und mindestens die drei Millionen Euro zahlen, die die Kommune investiert hat. Andere Anbieter wie Netcologne sollen die Leitungen später nutzen können, Kunden müssten ihre Anbieter dafür nicht wechseln. „Mit dem Glasfasernetz bis in die Häuser haben wir langfristig Ruhe mit der Netzinfrastruktur“, betonte der städtische Breitbandbeauftragte Reiner Pliefke. Hat die Stadt schließlich die Förderzusagen von Bund und Land für die sechs städtischen Bereiche, in denen bislang überhaupt kein schnelles Internet machbar ist, könnten auch die Gebiete endlich versorgt werden. Wer diesen Ausbau übernehmen wird, ist aber noch offen.

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