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Leichlingen: Schmierereien beseitigt, Fahndung läuft

Leichlingen : Schmierereien beseitigt, Fahndung läuft

Bei dem SOS-Sprayer von der Postwiese könnte es sich um einem durchreisenden Täter handeln. Die Stadt hat die Schmierereien beseitigt, hofft aber auf Zeugenmeldungen. Täterbezüge zu Graffitis am Gymnasium soll es nicht geben.

Die Schmierereien an der neu gestalteten Postwiesen-Galerie und am Rathaus sind zwar von der Stadtverwaltung umgehend wieder beseitigt worden. Aber die Sprayer-Aktivitäten werden nicht nur polizeilich weiter verfolgt, sie beschäftigen auch die Leichlinger Bürger. Die SOS-Schriftzüge, die in Leichlingen an den Galerie-Säulen, auf Papierbehältern, an Wänden und Türen aufgetaucht sind, haben allerdings nichts mit Graffiti-Kunst zu tun: Darüber sind sich die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung einig mit dem Ermittler der Kripo.

Ein RP-Leser hat übrigens vermutet, es könne Täterbezüge zwischen den jüngsten SOS-Schmierereien und den Graffitis geben, die immer mal wieder am Gymnasium zu beklagen seien. Das sieht der Leiter des Gymnasiums, Jürgen Hildenbrand, aber nicht so: "Aktuell gibt es bei uns keine Probleme mit Graffittis", sagte er der RP auf Anfrage. Es sei zwar in der Vergangenheit vereinzelt zu solchen Schmierereien gekommen: "Wir erstatten dann auch grundsätzlich Anzeige", betont der Leiter des Gymnasiums. SOS-Tags seien aber am Gymnasium nicht angebracht worden.

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Laut Stadtsprecherin Ute Gerhards hat sich die Graffiti abweisende Spezialbeschichtung am Rathaus und an den Säulen der Postwiesen-Galerie jetzt bei der ersten Bewährungsprobe aber doch bezahlt gemacht. Die Farbschmierereien seien wesentlich leichter zu entfernen gewesen, als es bei nicht präparierten Flächen der Fall sei. Dennoch hoffe die Stadt natürlich, den Täter zur Verantwortung zu ziehen und sei dankbar, wenn sich Zeugen meldeten. Gerhards erinnert sich auch an einen Fall: "Es ist auch schon mal vorgekommen, dass Sprayer in Leichlingen aus der Eisenbahn gestiegen sind, die Stadt beschmiert haben und dann wieder mit dem Zug davon gefahren sind."

Eine solche Art von "Sprayer-Tourismus" will auch die Kripo nicht ausschließen. Die junge Szene sei sehr mobil. Bei der jüngsten Sprayerserie in Burscheid seien beispielsweise deutliche Täterbezüge zur Leverkusener Szene herzustellen gewesen. Andererseits bewegten sich die Sprayer von Burscheid offensichtlich nicht nach Leichlingen, beobachtet die Kripo bislang. Aber auch die Ermittler bei der Kriminalpolizei unterscheiden deutlich zwischen puren Schmierereien und Graffitis, die schon als Kunstwerke bezeichnet werden können. So oder so bleiben die Kosten für die Beseitigung der Tags und Graffitis zumeist an den Hausbesitzern oder an der öffentlichen Hand und damit am Steuerzahler hängen.

Der Leichlinger Bürger Udo Mau hat deshalb gestern den Stadtrat angeschrieben und beklagt, der Steuerzahler müsse jetzt genau genommen zweimal für die Graffiti-Probleme in der Stadt aufkommen: zum einen für die Mehrkosten der speziellen Anti-Graffiti-Beschichtung und zum anderen für die Entfernung der Schmierereien, die Tiefbauamtsleiter Jürgen Scholze mit etwa 800 Euro beziffert hatte.

Die Strafanzeige der Stadt zielt natürlich darauf ab, den Täter zu ermitteln und auch finanziell haftbar zu machen. Aus Erfahrung weiß die Polizei aber, dass bei den zumeist jugendlichen Tätern in der Regel nur wenig zu holen ist und Vollstreckungstitel mit 30-jähriger Gültigkeit höchst selten erfolgreich seien.

(RP/rl)