SchalluSie traten bei der Sommerserenade in Witzhelden auf

SchalluSie in Witzhelden : Songs über Maxicosi und den veganen Mops

Die fünf Sängerinnen von SchalluSie traten im Rahmen der Witzheldener Sommerserenaden auf und begeisterten mit Gesang und Witz.

Im nächsten Jahr werden sie ihr silbernes Betriebsjubiläum feiern und damit ist das A-cappella Ensemble SchalluSie tatsächlich noch etwas älter als die Tradition der Witzheldener Sommerserenaden, die aktuell zum 21. Mal stattfinden. Mehrmals war die fünfköpfige Frauengruppe bereits im Rahmen dieser Reihe in der Evangelischen Kirche zu Gast. So oft, dass es im Höhendorf bereits eine eingeschworene Fangemeinschaft gibt, die immer wieder nach neuen Geschichten aus dem Alltag verlangt, die SchalluSie immer wieder in fünfstimmigen Harmonien zum Besten gibt.

Am Dienstagabend schafften sie es erneut, ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer, beziehungsweise überwiegend Zuhörerinnen zu zaubern. Zumindest was die Themen angeht sind diese ja auch das Fachpublikum für die Texte in zumeist deutscher Sprache, die ernste oder gar ärgerliche Erlebnisse aus dem täglichen Leben mit einer ordentlichen Portion Humor formulieren und mit gewinnendem Charme vortragen.

Sei es die Tatsache, dass sich der Mops von Silvia nun vegan ernährt oder dass einzelne Sängerinnen von ihrer Liebe erzählen. Die eine hat ihre gerade verloren, die andere gefunden – so spielt das Leben. Dabei bedient sich die SchalluSie gerne interessanter Arrangements aus dem Jazz, Swing oder Gospel. Hauptsache es gibt genügend Harmoniewechsel und ordentliche Reibungen, die sich wieder auflösen lassen, um neue zu finden. Sie brauchen keine Instrumente, denn die imitieren sie ebenso mit der eigenen Stimme wie den harmonischen Background oder eben – in wechselnder Besetzung – die Melodie.

Die Moderation ist Teil des Programms, wobei vermutlich mehr Wert auf den Witz als auf den Wahrheitsgehalt gelegt wird. Der ist ohnehin zweitrangig, wenn es sich so schön mit dem Sprachrhythmus, beispielsweise von „Maxicosi“, spielen lässt. Einmal wichen sie von der Linie ab und verbreiteten melancholische Stimmung mit einem Lied, das einst die verstorbene Mama für eine der Sängerinnen gesungen hat: Wenn ich ein Vöglein wär’“. Deutlich erkennbar erklang das alte Volkslied zunächst relativ schlicht zum Harmonie-Chor, entwickelte sich aber zu einem größeren Arrangement, in dem auch „Kommt ein Vogel geflogen“ verarbeitet war und das schließlich im fünfstimmigen Geflüster endete.

Bei der Zugabe erfuhr das Publikum, welch erstaunliche Macht die fünf Stimmen haben, wenn sie sich zu einem gesungenen Gebet vereinen. In Witzhelden stimmten sie es zum letzten Mal an, denn es wurde bereits erhört: Der 1. FC Köln ist wieder in die erste Liga aufgestiegen. Und sie haben es so gut gemacht, dass es auch noch für Paderborn reichte.

Mehr von RP ONLINE